Füchse berlin greifen in aalborg nach dem gruppensieg

Mittwoch, 4. März 2026, Aalborg. Zwei Teams, die in dieser Champions-League-Saison alles andere in den Schatten gestellt haben, treffen aufeinander – und das Ergebnis könnte kaum weniger vorhersehbar sein. Die Füchse Berlin reisen als Tabellenführer der Gruppe A nach Dänemark, mit 20 Punkten aus zwölf Spielen im Gepäck. Aalborg folgt direkt dahinter mit 19 Zählern. Beide haben das Viertelfinale längst gebucht. Was bleibt, ist die Frage der Rangordnung – und die wollen beide Teams persönlich klären.

Formkurven, die sich kaum unterscheiden könnten

Aalborg kommt angeschlagen aus Lissabon zurück. Das 33:35 bei Sporting war eine dieser Niederlagen, die mehr schmerzt als schadet: 50 Minuten lang führten die Dänen, zur Pause sogar mit fünf Toren Vorsprung. Dann brach es zusammen. Trainer Simon Dahl wird das aufgearbeitet haben – sein Team hat in Dänemark seit exakt einem Jahr keine Partie mehr gegen eine dänische Mannschaft verloren. 365 Tage ungeschlagen in der Herreligaen, das ist kein Zufall, das ist System. Sechs Meistertitel in neun Jahren, darunter 2024 und 2025, und nach 22 Spieltagen in dieser Saison bereits 14 Punkte Vorsprung auf den ersten Verfolger. Aalborg ist in Dänemark eine Institution.

Und doch: Gegen die Füchse läuft die Bilanz gegen sie. Vier Siege, eine Niederlage – und die stammt aus dem November 2018, dem allerersten Aufeinandertreffen überhaupt. In der Champions League haben die Berliner nie gegen Aalborg verloren. Das Hinspiel in dieser Saison endete 31:28 für die Füchse. Das ist eine Hypothek, die Dahl und seine Mannschaft mit auf die Platte nehmen.

Krickaus männer spielen sich in einen rausch

Krickaus männer spielen sich in einen rausch

Nicolai Krickau hat aus den Füchsen gerade etwas gebaut, das in der Bundesliga niemand stoppen kann. Nach einem holprigen Saisonstart – nach dem 16. Spieltag noch auf Rang 5 mit fünf Niederlagen – haben die Reinickendorfer eine Serie hingelegt, die in der HBL ihresgleichen sucht. Acht Ligasiege in Folge, kein einziges Ligaspiel verloren im Jahr 2026. Das 35:28 gegen die Rhein-Neckar Löwen am Wochenende war der jüngste Beweis. Mit 854 Treffern nach 24 Spieltagen stellen sie die beste Offensive der Handball-Bundesliga.

Der Motor dahinter ist Mathias Gidsel. Der Welthandballer, der beim 31:33 gegen Kielce allein zehn Tore erzielte, führt die Torschützenliste der Champions League an. Wenn Gidsel läuft, laufen die Füchse. Und Gidsel läuft gerade sehr gut.

Was die zahlen für mittwoch nahelegen

Was die zahlen für mittwoch nahelegen

Aalborg hat in seinen letzten zehn Pflichtspielen nie weniger als 33 Tore erzielt. Die Füchse haben in 13 aufeinanderfolgenden Pflichtspielen den Wert von 31 Treffern nur einmal verfehlt. Wer diese beiden Fakten zusammenzählt, landet schnell bei einem Spiel, das irgendwo jenseits der 63 Tore endet. Beide Teams haben das Viertelfinale sicher, beide können mit einer gewissen Lockerheit aufspielen – was paradoxerweise für noch mehr Tore spricht, nicht weniger.

Winamax sieht Aalborg mit einer Siegquote von 1,88 leicht vorne, die Füchse werden mit 2,45 gehandelt. Ich sehe das anders. Der direkte Vergleich, die aktuelle Form in der Bundesliga und die Tatsache, dass Berlin in der Königsklasse noch nie gegen Aalborg verloren hat – das spricht für die Gäste. Nicht haushoch, aber knapp. Genau knapp genug, um am Ende die Nase vorn zu haben.

Ein spiel, das auch das finale sein könnte

Ein spiel, das auch das finale sein könnte

Aalborg war 2021 und 2024 im Champions-League-Finale – beide Male verloren gegen Barcelona. Der Verein aus Jütland will endlich den letzten Schritt machen. Die Füchse sind Titelverteidiger in der Bundesliga und zeigen gerade, dass sie auch in Europa mehr als mithalten können. Wenn diese beiden Teams im März schon so aufeinandertreffen, dann darf man sich ausmalen, was im April oder Mai passiert, wenn der Einsatz noch höher ist. Mittwochabend in Aalborg ist ein Vorgeschmack. Und der Vorgeschmack dürfte bereits exzellent sein.