Fsv schöningen: aufstiegskandidat mit klarer botschaft nach derby-sieg
Schöningen hat sich im Abstiegskampf der Regionalliga Nord eine beruhigende Position erarbeitet. Nach dem hart erkämpften 3:1-Sieg gegen Hannover II sendet der Verein eine deutliche Botschaft: Konzentration und Einsatz müssen in den kommenden entscheidenden Spielen stimmen. Und das, obwohl die Mannschaft personell angeschlagen ist.
Lob vom gegner: „gestandener regionalligist“
Die Anerkennung kam überraschend vom Gegner. Karsten Kräcker, Präsident der FSV Schöningen, berichtet von einem Gespräch mit dem Sportlichen Leiter von Hannover 96: „Er sagte, das war wie ein gestandener Regionalligist. Ihr habt das echt super gemacht, kaum was zugelassen und dann eiskalt gekontert.“ Ein Kompliment, das in der Regionalliga seinesgleichen sucht, vor allem von einem erfahrenen Fachmann wie Achim Sarstedt, der einst lange Jahre beim SC Freiburg und VfL Wolfsburg tätig war.
Der Doppelspieltag an Ostern brachte gemischte Gefühle. Gegen den Tabellenführer SV Meppen gab es zwar eine knappe 0:1-Niederlage, doch die Leistung war überzeugend. „Fußball ist kein Eiskunstlauf, da gibt es keine Haltungsnoten“, so Kräcker, der dennoch die Leistung seiner Mannschaft lobte. „Meppen ist das Schwergewicht der Liga. Wir haben zwar verloren, aber hätten sogar einen Punkt holen können.“
Die Atmosphäre im Elm-Stadion war beeindruckend. Über 1500 Zuschauer sorgten für eine Rekordkulisse, die in Schöningen so noch nicht gesehen wurde. Kräcker schwärmt: „Was wir da hingekriegt haben, das ist schon überragend gewesen.“ Der geringere Zuschauerzuspruch am Ostersonntag, bedingt durch das schlechte Wetter, schmälert den Erfolgswahn aber nicht.

Rassismus-vorfall: verein distanziert sich deutlich
Der Jubel über den Sieg gegen Hannover wurde getrübt durch einen inakzeptablen Vorfall. Ein Zuschauer beleidigte den Hannoverschen Spieler Montell Ndikom mit rassistischen Äußerungen. Die FSV Schöningen reagierte umgehend und verurteilte den Vorfall auf das Schärfste. Ein sofortige Stadiondurchsage forderte den Zuschauer auf, das Stadion zu verlassen. Einhelliger Applaus von Spielern beider Mannschaften und den anwesenden Zuschauern folgte.
Trotz der schwierigen Umstände – sechs Stammspieler fehlten – hat die FSV Schöningen bewiesen, dass sie den Herausforderungen der Regionalliga gewachsen ist. Trainer Christian Benbennek betont stets die Erfahrung seiner Mannschaft: „Wir haben so viel Erfahrung auf dem Platz, wir kriegen das schon hin. Ihr müsst davon überzeugt sein.“
Die Tabelle zeigt aktuell einen komfortablen Vorsprung auf die Abstiegszone, doch Kräcker warnt: „Wir dürfen jetzt nicht den Fehler machen, uns auf dem Lorbeer auszuruhen. Die kommenden Spiele gegen Altona, Lohne und Norderstedt sind extrem wichtig. Wenn wir diese für uns entscheiden oder zumindest nicht verlieren, haben wir eine Top-Ausgangssituation.“ Die Belastung ist hoch, insbesondere für die älteren Spieler, die durch die englische Woche an ihre Grenzen gehen. Benbennek fordert: „Ich will eine hungrigere Mannschaft. Wir wollen die Klasse halten – das ist unser Ziel.“
Die Saison ist noch lang, aber die FSV Schöningen hat gezeigt, dass sie bereit ist, den Kampf um den Klassenerhalt anzunehmen. Die Entschlossenheit im Team ist greifbar.
