Frosinone feiert spektakuläres comeback: 5:0-kantersieg schleust laziale in serie a

Der Himmel über dem Stadio Benito Stirpe war klar, doch die Luft knisterte. Frosinone Calcio brauchte keine Rechnerei, keine fremden Schiedsrichter und keine Wunder. Ein 5:0 gegen Mantova 1911 genügte, um nach zwei Jahren Exil die Tür zur Serie A wieder aufzureißen. Die Zahlen sind ein Statement: 21 Schüsse, 59 Prozent Ballbesitz, fünf Tore – und eine ganze Region, die durchdreht.

Der vierte aufstieg, die erste konstante

2015, 2018, 2023 – und jetzt 2026. Jedes Mal stieg Frosinone auf, jedes Mal ging es danach direkt wieder runter. Diesmal soll es anders werden, sagt Präsident Maurizio Stirpe und klingt dabei so entschlossen wie sein Trainer. Fabio Grosso, 2006 noch Weltmeister, 2026 Erfolgsgarant an der Seitenlinie. Seine Mannschaft spielte gegen Mantova kein Kontrollspiel, sondern ein Machtspiel. Nach 34 Minuten führte sie 2:0, nach 90 Minuten 5:0. Die Curva Sud sang bis Mitternacht, Autokorsos blockierten die Via Armando Fabi, selbst die Feuerwehr klatschte mit.

Die Saison begann mit einem Beinahe-Debakel. Letzten Sommer rettete Frosinone den Klassenverbleib in der Serie B erst am letzten Spieltag, weil Cosenza in Brescia nicht gewann. Viele sprachen von Glück, intern hieß es: „Wir haben gelernt.“ Sportdirektor Gianluca Toscano verpflichtete gleich sieben Spieler unter 23, ließ dafür Altstars auslaufen und setzte auf Analytics statt auf Anrufe aus dem Bekanntenkreis. Das Ergebnis: 81 Punkte, 68 Tore, Torverhältnis +32 – alles Clubrekorde in der zweiten Liga.

Venedig war früher dran, frosinone lauter

Venedig war früher dran, frosinone lauter

Tabellenführer Venedig hatte die Meisterschaft schon vor zwei Spieltagen perfekt gemacht. Die Lagunenstädter feierten sich als „königliche Rückkehrer“, doch wer das Stadio Penzo verließ und direkt nach Frosinone umschaltete, hörte eine andere Lautstärke. 16.000 Fans im Stadion, 25.000 auf den Rängen der Geschichte. Denn dieses Mal geht es ums Erbe: Der Verein will endgültig den Sprung vom Provinzklub zur Institution schaffen. Geplant ist ein neues Trainingszentrum mit 15.000 Quadratmetern und ein Nachwuchsleistungszentrum, das künftig für 1,5 Millionen Euro pro Jahr laufen soll – finanziert durch den Aufstieg.

Die Gegner schauen schon jetzt neidisch. Juventus hat Karlsruhes Stürmer-Talent Yusuf Kabadayi verpflichtet, Mailand rüstet mit einem US-Investor auf. Frosinone? Hält den Kader zusammen. Großes Maul, kleiner Etat – und trotzdem ein Plan. „Wir wollen nicht nur überleben, wir wollen Geschichte schreiben“, sagt Grosso. Seine Spieler trugen ihn nach dem Schlusspfiff durch den Innenblock, wie einen Kaiser, der gerade erfahren hat, dass sich das Imperum doch noch erweitern lässt.

Die Serie A kann kommen. Am 23. August rollt wieder der Ball, dann in Florenz oder Turin, nicht mehr in Cittadella oder Reggio Emilia. Für Frosinone ist das kein Déjà-vu, sondern eine finale Chance. Viermal aufgestiegen, viermal abgestiegen – diese Statistik nagt an jedem Spieler. Die fünfte Saison wird zur Obsession. Und wenn am ersten Spieltag die Sirenen der nahegelegenen Autobahn klingen, wissen alle: Diesmal muss es reichen, sonst wird es einfach nur noch teuer. Der Klassenerhalt ist das neue Meisterstück.