Freuler zurück im nati-trikot: 'gegen deutschland verstecken wir uns nicht'
Remo Freuler spuckt keine hohlen Phrasen. 'Wir werden es Deutschland schwer machen', sagt er, und klingt dabei wie ein Mann, der weiß, wovon er spricht. Am Freitag trifft die Schweiz im St.-Jakob-Park auf den Nachbarn – für Freuler ist das kein Freundschaftsspiel, sondern ein kleines Derby mit grossem Puls.
Der Mittelfeldstratege von Bologna FC ist zurück. Nach einem Splitterbruch im Schlüsselbein fehlte er der Nati rund ein halbes Jahr. 'Die Reha war ein Knorz', sagt er. 'Du bist bereit, aber dein Körper sagt: Noch nicht.' Er spielte schon nach zwei Wochen wieder Pässe, doch die Zweikampffreigabe zögerte. Geduld war Pflicht. Nun ist sie Geschichte.
Basel wird zur gradwanderung
Die Partie gegen Deutschland ist mehr als ein Test. Für Freuler ist sie ein Gradmesser. 'Solche Spiele haben immer diese kleine Derby-Stimmung', sagt er. 'Die Intensität ist hoch, die Nerven liegen blank.' Die Schweiz will sich nicht verstecken – und er selbst erst recht nicht. Nach seiner Verletzungspause ist er hungrig, auch wenn er offiziell noch auf der Nachrückerliste steht.
Der Blick geht aber schon weiter. In der WM-Gruppe wartet Katar, der Auftaktgegner. 'Unterschätzen darf man die nicht', warnt Freuler. Und dann das mögliche Achtelfinale gegen Italien. 'Ich hoffe, die Squadra Azzurra schafft die Quali – fürs ganze Land und den italienischen Fussball.' Er spricht wie ein Mann, der die Liga kennt. Schliesslich spielt er seit Jahren in Serie A.

Italia über alles – auch die zukunft
Zurück in die Schweiz? Kein Thema. 'Eine Rückkehr in die Super League ist aktuell nicht drin', sagt er knapp. Stattdessen denkt er über ein Verbleiben in Italien nach. Bologna hat mit dem Einzug in die Europa-League-Viertelfinals gegen Aston Villa bereits Geschichte geschrieben. 'Wir wollen mehr', sagt er. Der Traum vom nächsten Coup lebt – genau wie der vom nächsten Auftritt in Basel.
Freuler wirkt nicht wie ein Spieler, der sich zufrieden zurücklehnt. Er wirkt wie jemand, der noch etwas beweisen will – gegen Deutschland, gegen Katar, gegen Italien. Und vielleicht auch gegen sich selbst.
