Freiburg stolpert in genk: europa-traum droht zu platzen

Kurz vor dem Hauch eines Viertelfinals atmet der SC Freiburg plötzlich durch die Nase. In Genk ging nichts, gar nichts zusammen: Die Breisgauer verloren das Europa-League-Achtelfinal-Hinspiel 0:1 und müssen nun eine Achterbahn aus Selbstkritik und Heim-Feuer fahren, will man den ersten Viertelfinal-Einzug der Klubhistorie doch noch schaffen.

Die nullnummer mit der nummer 24

Zakaria El Ouahdi war es, der in der 24. Minute die Lücke fand, die Freiburgs Viererkette tags zuvor noch nicht mal in der Videobesprechung vermisst hatte. Ein Pass, ein Kontakt, ein Schlenzer – und schon klingelte es hinter Noah Atubolu. Die Gäste wirkten wie nach einer Mittagspause ohne Kaffee: verschlafen, ideenlos, fehlerhaft.

Was folgte, war ein Offensiv-Notprogramm, das sich anfühlte wie ein Testspiel im Januar. Johan Manzambi traf nur per Abseits (8.), vergab dann freistehend (17.). Konstantinos Karetsas hätte sogar das 2:0 erzielen können (27.), doch Atubolu war diesmal hellwach. Die Pause rettete Freiburg vor dem K.o., nicht aber vor der Wahrheit: Ohne Maximilian Eggestein wirkt das Mittelfeld wie ein Orchester ohne Dirigent.

Heimfluch oder heil? jetzt zählt der freiburger nimbus

Heimfluch oder heil? jetzt zählt der freiburger nimbus

Die Statistik tröstet: Alle Europa-Heimspiele dieser Saison gewonnen. Die Realität mahnt: Genk ist kein St.-Gallen und auch kein Olympiakos. Die Belgier spielen mit der Gelassenheit eines Teams, das weiß, dass ein 1:0 Auswärtstor schon halbe Miete für das Weiterkommen ist.

Christian Günter sprach vor dem Spiel von „alles raushauen“. Was wir sahen, war eher ein zögerliches Klopfen. Die Rückkehr ins badische Winterdornbirn wird pulsieren, das Stadion wird kochen – doch wenn der Ball nicht rollt, wird auch der Schwarzwald nicht zaubern.

Freiburg braucht eine Leistungssteigerung, die sich nicht in Prozentpunkten, sondern in Toren messen lässt. Der Traum lebt, aber er atmet schwer.