Franziska preuß: ein letzter tanz auf den olympischen brettern
Franziska preuß: ein letzter tanz auf den olympischen brettern
Am Samstag steht für Franziska Preuß der letzte Biathlon-Wettkampf ihrer beeindruckenden Karriere an. Der olympische Massenstart der Frauen soll ein würdiger Abschluss sein, den die 31-Jährige in vollen Zügen genießen möchte. Kann sie dabei vielleicht sogar noch einmal ein letztes Highlight setzen?
Karriereende bereits vorzeitig
Die Nachricht hatte sich in den vergangenen Tagen bereits angedeutet, am Freitag wurde sie dann bestätigt: Franziska Preuß beendet ihre Karriere nach dem Massenstart bei den Olympischen Winterspielen. Sie zog “ganz bewusst und konsequent einen Schlussstrich”, wie sie über den Deutschen Skiverband mitteilte. “Nach so vielen Jahren im Leistungssport ist jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen, ein neues Kapitel in meinem Leben aufzuschlagen. Ich habe immer hundert Prozent gegeben. Aber im Moment merke ich, dass ich diese hundert Prozent für die letzten Weltcup-Stationen nicht mehr aufbringen würde.”

Ein rückschlag für das deutsche team
Obwohl Preuß in Antholz sportlich hinter ihren eigenen Erwartungen zurückblieb, ist die Entscheidung konsequent. Das deutsche Frauenteam verliert mit sofortiger Wirkung ein langjähriges Aushängeschild. Die verbleibenden Weltcup-Stationen in Estland, Finnland und Norwegen werden ohne Deutschlands Sportlerin des Jahres stattfinden.

Eine außergewöhnliche karriere
Auch wenn Preuß bei diesen Olympischen Spielen keine Medaille mehr gewinnen sollte, blickt sie auf eine außergewöhnliche Karriere zurück. Der Triumph im Gesamtweltcup der vergangenen Saison, zweimaliger Gewinn des Massenstart-Weltcups, ein Sieg in der Sprint-Wertung, sechs Einzelerfolge im Weltcup, zwei olympische Bronzemedaillen mit der Staffel und elf WM-Medaillen, darunter zwei Weltmeistertitel, sprechen für sich. Sie war stets eine Kämpferin, die sich von Rückschlägen nicht entmutigen ließ.
Turbulenter start und schwere zeiten
Ihr Debüt im Weltcup feierte die gebürtige Bayerin im Jahr 2013 und zeigte früh ihr großes Potenzial. Doch ihre Karriere war auch von Widerständen geprägt. Besonders bitter war ihr erster Olympia-Auftritt 2014, als sie nach einem chaotischen Einzelrennen unter Tränen aus dem Rennen genommen wurde. Auch später bremsten immer wieder gesundheitliche Probleme ihre Leistung.
Erfolge und rückschläge im wechselspiel
Zwischenzeitlich dachte Preuß sogar ans Aufhören, doch sie kämpfte sich zurück und wurde mit dem Gesamtweltcupsieg in der vergangenen Saison belohnt. Bei der WM in Lenzerheide krönte sie sich zur Weltmeisterin in der Verfolgung. Doch der Erfolg konnte sie nicht in den Olympia-Winter retten. Schulterverletzungen, eine Handverletzung und eine Corona-Infektion beeinträchtigten ihre Vorbereitung und Form.
Hoffnung auf ein versöhnliches ende
Obwohl die Ergebnisse bei diesen Spielen hinter den Erwartungen zurückblieben, gibt es Hoffnung auf ein versöhnliches Ende. Preuß möchte die Freude am Biathlon wieder spüren und mit einem Lächeln über die Ziellinie fahren. Ob sie dabei noch einmal eine Medaille gewinnen kann, ist ungewiss. Doch eines ist sicher: Ihr Vermächtnis ist bereits jetzt gesichert.
Die letzten gedanken
„Eigentlich möchte ich nur noch einmal das fühlen, warum ich damals mit 15 Jahren angefangen habe, Biathlon zu machen. Diese Freude, diese Leichtigkeit, locker ins Rennen zu gehen“, sagte Preuß. Der Massenstart ist ihre letzte Chance, diese Gefühle noch einmal zu erleben. Ob es ein Happy End geben wird, bleibt abzuwarten.
