Fornals zündet den turbo und trifft, doch betis verpasst den dreier

Pablo Fornals saß in San Mamés zunächst nur auf der Bank – ein kurzer Atem nach zuletzt 180 Minuten in fünf Tagen. Als Manuel Pellegrini ihn zur Pause schickte, stand sein Team mit 0:2 unter Wasser. 45 Minuten später hatte der Spanier per sehenswertem Freistoß auf 1:2 verkürzt und die LaLiga-Spitze gezeigt, warum er in Englands Nationalteam zurückkehrt.

Die zwei gesichter des spiels

Betis kam aus der Kabine wie ausgewechselt, drückte Athletic in dessen Hälfte und traf durch Fornals. Die Nachspielzeit brachte die große Chance auf den Ausgleich, doch Cédric Bakambus Treffer fiel wegen knappen Abseits nicht. „Ein halber Körper hat gefehlt“, sagte Fornals im DAZN-Mikro und deutete mit der Hand eine Linie an, die genau durch seinen Stiefel verlaufen wäre.

Die Zahlen bestätigen seine Einschätzung: Nach der Pause 65 Prozent Ballbesitz, zwölf Schüsse, drei Großchancen – aber null Punkte. Seit fünf Liga-Spielen warten die Andalusier auf einen Sieg, während der Abstand nach unten schmilzt. „Wir schauen auf die Tabelle und sehen, dass die Kellerkinder näher rücken“, sagte der Mittelfeldspieler. „Heute war ein guter Tag, um den Bogen wieder zu spannen, aber wir haben den Knall verpasst.“

Freistoß-knaller mit nationaltour

Freistoß-knaller mit nationaltour

Beim 22-Meter-Standard hatte Fornals die Ellbogen wegdrücken müssen. Sergio Canales und Nabil Fekir grinsten, winkten ab – und sahen zu, wie ihr Kollege die Kugel an die Unterkante der Latte drosch. „In jedem Training gibt es ein internes Duell, wer tritt“, sagte er. „Heute hat mir das Gefühl gesagt: Das ist dein Ball.“

Das Tor war sein drittes Saisontor, das erste per Direktschuss. Es kommt zur rechten Zeit: Luis de la Fuente nominiert kommende Woche den Kader für die Nations-League-Spiele. Fornals spielte zuletzt 2019 für La Roja, weiß aber, dass die Konkurrenz enorm ist. „Wenn sie fragen, melde ich mich. Aber Pedri, Gavi, Merino – das ist ein Wettbewerb auf Weltniveau.“

Bis dahin muss Betis die Punkte jagen. Die Tabelle lügt nicht: Mit 37 Zählern nach 28 Spielen ist der Vorsprung auf Platz 18 nur noch fünf Punkte. Die nächsten Gegner: Celta und Valencia – beide direkte Konkurrent im Kampf gegen den Abstieg. Fornals blickt nach vorne: „Wir haben gezeigt, dass wir in 45 Minuten ein komplettes Spiel drehen können. Jetzt müssen wir 90 Minuten daraus machen.“

San Mamés verabschiedete ihn mit Applaus – ein Luxus für einen Auswärtsspieler. Die Fans erkannten: Ohne Fornals wäre Betis längst tiefer in der Tabelle versunken. Der Mittelfeldspieler steigt in den Bus, schulterzuckend: „Wir können Jammern oder weitermachen. Ich hasse Punkteteilungen, aber ich hasse Niederlagen noch mehr.“