Fonseca stürmt nach paris: brasiliens hoffnungsschimmer bei roland garros

Paris bebte! Joao Fonseca, der 19-jährige Shootingstar aus Brasilien, hat Casper Ruud in einem packenden Fünf-Satz-Krimi vom roten Sand gespült und steht sensationell erstmals bei einem Grand-Slam-Turnier im Viertelfinale. Ein Moment, der die brasilianische Tenniswelt seit Jahren nicht mehr erlebt hat.

Ein neuer held erhebt sich am bois de vincennes

Die Auslosung hatte Fonseca kein leichtes Los beschert. Gegen den zweifachen Finalisten von Roland Garros, Casper Ruud, galt er vor dem Match als klarer Underdog. Doch der junge Brasilianer präsentierte sich von seiner schillerndsten Seite: aggressive Vorhand, blitzschnelle Reflexe und eine ungeahnte mentale Stärke. Der erste Satz ging knapp an Fonseca (7:5), der zweite wurde im Tie-Break mit 8:6 hart erkämpft. Ruud konterte im dritten Satz, doch Fonseca ließ sich nicht beirren und entschied das Match mit einem deutlichen 6:2 im Entscheidungssatz für sich.

Die Unterstützung von Legendengrößen war ihm dabei spürbar. Auf der Tribüne saß niemand geringeres als Gustavo Kuerten, die brasilianische Tennisikone, der seit 22 Jahren auf einen Landsmann im Viertelfinale von Roland Garros warten ließ. Kuertens Anwesenheit scheint Fonseca zusätzlich zu motivieren. Der Jubel der brasilianischen Fans auf der Philippe Chatrier war ohrenbetäubend – eine Atmosphäre, die an die glorreichen Zeiten des „Guga“ erinnerte.

Mensik stellt die nächste hürde

Mensik stellt die nächste hürde

Doch die Reise ist noch lange nicht zu Ende. Im Viertelfinale trifft Fonseca auf den tschechischen Youngster Jakub Mensik. Dieser hatte zuvor überraschend den Weltranglisten-30. Andrey Rublev ausgeschaltet. Mensik, der selbst erst 20 Jahre alt ist, zeigte gegen Rublev eine beeindruckende Moral und kämpfte sich nach einem zwischenzeitlichen 0:2-Satzrückstand noch zum Sieg. Der Kampf um den Einzug ins Halbfinale verspricht ein dramatisches Duell zweier aufstrebender Talente zu werden.

Fonsecas Vorhand ist zweifellos seine größte Waffe. Mit ihr schlug er Ruud immer wieder die entscheidenden Linien und zwang den Norweger zu vermeidbaren Fehlern. Die Präzision und Härte seiner Schläge haben in Roland Garros bereits für Furore gesorgt. Seine Spielweise ist ein Feuerwerk, das das Publikum in seinen Bann zieht. Er füllt die Stadien und liefert eine Performance nach der anderen, die das Tennisgesicht verändern könnte.

Die Zahlen sprechen für sich: Fonseca ist der erste Brasilianer seit Kuerten, der es bei einem Grand-Slam-Turnier so weit gebracht hat. Sein Aufstieg ist beeindruckend, seine Leistungen außergewöhnlich. Ob er nun auch Jakub Mensik bezwingen kann, bleibt abzuwarten. Doch eines ist klar: Joao Fonseca hat in Paris eine neue Ära im brasilianischen Tennis eingeläutet.