Fonseca fordert alcaraz: 19-jähriger jagt den nächsten weltstar
Mitternachtsstunde in Miami, 19 Jahre alt, keine Angst: Joao Fonseca bekommt den Welteltern Carlos Alcaraz vor die Schläger – und das, nachdem er Jannik Sinner bereits auf Indian Wells die weiße Kante zeigte.

Warum der brasilianische wirbelwind plötzlich alle vergleicht
Der Plan lautete eigentlich nur „Erstrunden-Erfolg und Erfahrung sammeln“. Daraus wurde ein Achterbahn-Trip: Marozsan geschlagen, Sinner geärgert, jetzt Alcaraz. Fonsecas Doppelleben als Quali-As und Top-Ten-Geisel ist keine PR-Gag, sondern Rohstoff. Die ATP-Zahlen hinter den Kulissen: 160 km/h Average First Serve, Return-Position auf der Grundlinie, keine Rückwärtsbewegung – Werte, die ihn unter die fünf aggressivsten Newcomer der Saison katapultieren.
Die Ähnlichkeit mit Sinner ist kein Instagram-Meme. Trainerin Clarice Fonseca bestätigt, dass ihr Schützling Sinner-Analysen frame für frame studiert, um die eigene Schlagstruktur zu entwickeln. Der Unterschied: Sinner traf den Ball früher, Fonseca trifft ihn härter. „Wenn Joao den Sweet-Spot erwischt, fliegt die Kugel wie aus einem Slingshot“, sagt Ex-Profi Gustavo Kuerten, der den Teenager seit Januar berät.
Doch es gibt ein Aber, das Miami-Head-to-Head-Statistik auf den Kopf stellen könnte: Auf Sand hätte Alcaraz keine Probleme, Hartplatz ist seine Achillesferse – zumindest statistisch. In 2024 verlor er zwei seiner vier Hartplatz-Matches vor Mitternacht, genau jene Startzeit, die man ihm heute verordnet hat. Zufall? Vielleicht. Fonsecas Team glaubt nicht an Zufälle. Sein Fitnesstrainer packte zwei zusätzliche Sprintblöcke in den Plan, um die schnelle Verdunkelung der Bahn auszunutzen. Weniger Reaktionslicht, mehr Tempo – das könnte Alcaraz’ aggressive Vorhand anticken.
Die brasilianische Presse schreibt schon vom „kleinen Sinner mit sambatischem Drive“. Intern lautet die Devise: „Nicht den Hype füttern, den Gegner zerlegen.“ Fonseca selbst bleibt knapp: „Ich will Punkte, keine Parolen.“ Die Punkte könnten reichen, um das nächste Kapitel seiner Raketen-Karriere zu starten – und um dem Tennis-Jahr 2024 eine neue Farbe zu geben: Grün-Gelb statt Weiß-Rot.
Die Uhr schlägt null Uhr, der Ball wird aufgelegt. Fonseca gegen Alcaraz – kein Schaukampf, sondern eine Frage der Zeit, wann Brasilien wieder einen Helden hat.
