Flick ganz allein im feuerwerk: barça krönt sich nur stunden nach vaters tod

Hansi Flick stand da, 61 Jahre alt, und wurde wie ein Kind in die Luft geschleudert. Über ihm explodierte das Feuerwerk des Camp Nou, unter ihm sein Herz. 2:0 gegen Real Madrid, zweiter spanischer Titel in Serie – und nichts davon spürte er. „Mein Vater ist gestorben“, sagte er, als hätte er es selbst erst begriffen.

Die Nachricht kam am Sonntagabend, kurz vor dem Aufwärmen. Der Verein veröffentlichte ein schwarzes Foto auf X, die Spieler klebten Trauerflor ans Trikot. Die Gedenkminute war lauter als jedes Tor. 90 000 riefen „Han-si! Han-si!“, und er sah aus, als wollte er einfach nur nach Hause.

Barça spielte für die familie flick

Stattdessen blieb er. Weil seine Mannschaft seine Familie ist, sagt er. Die ersten 20 Minuten waren pure Rage: Gavi presste wie besessen, Cubarsi schob Vinícius ans Banden, Lewandowski köpfte das 1:0. Pau Cubarsi, 17, erklärte später: „Dieser Sieg gehört der Familie Flick. Punkt.“

Als Raphinha nach 73 Minuten das 2:0 erzielte, warfen sich die Spieler nicht in den Arm – sie suchten ihren Trainer. Flick stand an der Seitenlinie, die Hand vor den Augen. Eric García: „Wir haben geweint, weil er weint. So einfach ist das.“

Vier liga-titel, ein einziger tag zählt

Vier liga-titel, ein einziger tag zählt

Statistiker wissen: Es ist Flicks vierter nationaler Titel, der zweite in Spanien. 2020 und 2021 gewann er mit Bayern die Bundesliga, nun folgt das Double bei Barça. Doch Zahlen sind egal. Als die Trophäe überreicht wurde, hob er sie nicht. Er hob den Blick, direkt in die Nacht, wo irgendwo sein Vater fehlt.

Die Mannschaft trug ihn trotzdem. Runde für Runde, bis er über den Köpfen seiner Profis schwebte und das Feuerwerk die Trauer für zehn Sekunden erstickte. Dann wurde es still im Camp Nou, und man hörte nur noch ein leises Klatschen – Flick klopfte jedem Spieler auf die Schulter, als wollte er sagen: Jetzt reicht’s, wir können gehen.

Am Ende bleibt ein Satz, den er in den Katakomben murmelte: „Ich wollte nur, dass er es noch sieht.“ Ob der Vater zugeschaut hat? Keine Ahnung. Aber 90 000 Menschen haben es für ihn getan. Und das reicht vielleicht, um die erste Nacht ohne Vater ein bisschen kürzer wirken zu lassen.