Flensburg schläft erst ein, dann demoliert leipzig und jagt magdeburg
36:28 – aber die Zahl täuscht. SG Flensburg-Handewitt brauchte 30 Minuten, um aufzuwachen, und nur zehn, um Leipzig in die zweite Division zu schicken. Dabei stand die Tabellen-Konkurrenz aus Berlin schon in der Kabine und hoffte auf Ausrutscher.

Pause 18:18, dann ein tsunami im norden
Was in der Halbzeit in der Flens-Arena abging, war ein Lehrstück über Selbstüberschätzung. Fünf dänische Europameister, zwei deutsche EM-Finalisten – und keiner wollte laufen. Leipzig, Tabellen-Vorletzter und eigentlich schon im Gröbsten beschäftigt, spielte sich in Rückraum-Sechs-Null-Freiwurf-Räume, die es so in der 2. Liga nie gibt. Franz Semper traf achtmal, ehe die SG reagierte.
Dann kam die 41. Minute. Marko Grgic netzte zum 22:20, Leipzig-Coach André Haber plärrte, doch die SG raste. 8:0 in vier Minuten, die Leipziger Abwehr stand wie versteinert. Grgic war mit neun Treffern Schlüssel, aber das eigentliche Zünglein war Rasmus Lauge. Der Däne zerlegte die Mittelblock-Rotation der Gäste mit Tempogegenstößen, die selbst das Videobeweis-Team nicht mehr zählen konnte.
Die Folge: Flensburg springt bei 39:9 Punkten auf Platz zwei, nur drei Zähler hinter Spitzenreiter Magdeburg, der am Sonntag gegen Hannover ran muss. Die Füchse Berlin folgen mit 38:10 – und plötzlich ist die Meisterschaft keine Zweier-, sondern eine Dreier-Frage.
Leipzig dagegen bleibt bei 13:35 Punkten auf Relegations-Platz 17. Die Tordifferenz (-111) ist die zweit-schlechteste der Liga, und die restlichen fünf Spiele klingen nach Horror-Programm: Kiel, Berlin, Magdeburg. Wenn der SC DHfK nicht in den nächsten 14 Tagen eine Antwort findet, ist der Abstieg keine Drohung mehr, sondern ein Termin.
Flensburgs Trainer Maik Machulla sprach hinterher von „Kopf-Arbeit“, meinte aber auch: „Wenn wir so starten gegen Kiel oder Barcelona, kriegen wir die Kugel nicht mehr raus.“ Die Aussage klingt nach Warnung – und nach Kampfansage an Magdeburg. Denn am 30. Spieltag gastieren die Magdeburger im Norden. Dann wird sich zeigen, ob die SG wirklich aufgewacht ist oder nur gegen Leipzig ein Power-Nickerchen gemacht hat.
