Flames erneut ohne pokal: dortmund stoppt traum mit eiserner hand

Die HSG Bensheim/Auerbach bleibt der ewige Final-Verlierer. 25:30 gegen den BVB – die Flames kratzen an der Glanzleistung, doch am Ende entscheiden eine Rote Karte und die kalte Effizienz der Bundesliga-Spitze.

7 Minuten ohne tor – das startloch wurde zur katastrophe

Knapp 4.200 Zuschauer in der Dortmund Westfalenhalle sahen ein Team, das sich selbst auffraß. Bis Meike Schmelzer den ersten Treffer erzielte, waren 6:47 Minuten vergangen – eine halbe Ewigkeit im Handball. Die Dortmunderinnen lagen bereits 5:0 vorne, als Vanessa Fehr ihren ersten Ball berührte. Die Torhüterin hielt anschließend 13 Schüsse, doch ihre Gegenüberin Isabel Igwe war noch eine Spur besser: 16 Paraden, 43 % Fangquote.

Die Flames schlossen zur Mitte des ersten Durchgangs auf 8:8, doch der BVB antwortete mit einem 5:0-Lauf. Katja Kramarczyk nutzte jeden freien Raum, warf sieben Tore aus sieben Versuchen – ihre Quote ist ein Fingerschnippen gegen die eigene Unvermeidbarkeit.

Rote karte gegen schmelzer bricht den stab

Rote karte gegen schmelzer bricht den stab

Mit 23:24 war die Partie 45 Minuten lang eine einzige Zitterpartie. Dann riss Schmelzer Rebecca Rott nach einem Kreislaufzusammenspiel am Trikot, die Unparteiische zückt Rot – keine Diskussion. Die Dortmunderinnen nutzten die Überzahl gnadenlos: 4 Tore in vier Minuten, 28:23, Spiel entschieden. Trainer Jan Heinemann warf noch ein Timeout-Päckchen aufs Feld, doch seine verbliebenen Akteurinnen liefen nur noch hinterher.

Die Statistik nagt am Selbstvertrauen: 14 technische Fehler, 5 gemahlene Siebenmeter, 38 % Wurfquote aus dem Rückraum – Zahlen, die sich nicht mit purem Willen wegwischen lassen.

Kein trost, nur eine erkenntnis

Kein trost, nur eine erkenntnis

2023 scheiterte die HSG im Endspiel an Bietigheim, 2026 nun an Dortmund – beide Male ging die Favoritenrolle an den Gegner, beide Male blieb das Trostpublikum in Hessen. Die Flames haben zwei Finalniederlagen auf dem Konto, keinen einzigen Pokal. Die nächste Chance? „Wir werden zurückkommen“, sagte eine sichtlich mitgenommene Luisa Knippert, doch ihre Stimme zitterte stärker als ihre Würfe.

Der BVB feiert indes den zweiten Pokalsieg nach 2024 und baut die Dominanz der vergangenen Monate aus. Für die Flames bleibt die Erkenntnis: Um Titel zu holen, reicht Kreislaufwille nicht – man muss auch in der Schlussphase die Nerven behalten. Am Ende steht eine 0:2-Bilanz in Finals, und die Westfalen fahren mit dem Pokal in den Schwarzwald – die HSG mit leeren Händen nach Hause.