0:6 In dresden: preußen münster stolpert in die krise – ende vor dem aus?
Das war kein Rückschlag, das war ein Schock. Mit 0:6 unterlagen die Adler am Sonntagabend bei Dynamo Dresden – ihr höchster Saisonverlust, ihr tiefster Stimmungs-Tiefpunkt. Noch während die Fans im Gästeblock die Stimme verloren, lief Ole Kittner, Sport-Geschäftsführer des SC Preußen Münster, die Sky-Kamera entgegen. Was folgte, war kein Schulterschluss mit Trainer Alexander Ende, sondern ein Satz, der durch die Kabine hallte: „Wir werden alles hinterfragen.“
Kittner verweigert das bekenntnis – ende auf abruf?
Zwischen 2016 und 2020 trug Kittner selbst das Preußen-Trikot, seit 2022 sitzt er im Vorstand. Die Länge seiner Zugehörigkeit macht seine Worte umso schwerer: „Es ist vielleicht die bitterste Niederlage, die ich hier erlebt habe.“ Statt Ende den Rücken zu stärken, kündigte er viele Gespräche an – Code für: Der Trainer steht auf Abruf. Ende reagierte gelassen: „Warum sollten wir jetzt nicht mehr an einem Strang ziehen?“ Die Antwort lieferte ihm sein Team auf dem Platz.
Schon nach 34 Minuten stand es 3:0. Marco Meyerhöfer verlor an der eigenen Strafraumkante den Ball, Vincent Vermeij bedankte sich. Drei weitere Geschenke folgten. Kapitän Jorrit Hendrix sprach hinterher von „Scham“, der Bus rumpelte 470 Kilometer nach Münster – längste Heimreise der Saison.

Stunden der wahrheit: magdeburg, fürth, kiel
Die Tabelle lügt nicht: Nur ein Sieg in der Rückrunde, nur drei Punkte Vorsprung auf den Relegationsrang. Nächste Gegner: Magdeburg (Tabellen-3.), Fürth (Aufstiegsaspirant), Kiel (Auswärtsfest). „Es sind genau diese Spiele, die die Saison kippen“, sagte Kittner. Die Klatsche in Dresden war der Auftakt in die Wochen der Wahrheit – und vielleicht auch Ende letzter Auftritt.
Am Montagmorgen lag noch Asche in der Kabine. Bis Freitag will der Klub Klarheit schaffen. Dann fällt nicht nur die Entscheidung über Endes Zukunft, sondern wohl auch über den Kurs des gesamten Vereins. Die Adler müssen wieder aufstehen – sonst droht der freie Fall.
