Dortmund beendet 29 jahre pokalflaute – sieg gegen bensheim mit 30:25

Die Handballerinnen von Borussia Dortmund haben die Nacht durchgefeiert – und das zu Recht. Nach 29 Jahren ohne Pokalglück schlugen sie im Finale der Final Four in Stuttgart die HSG Bensheim/Auerbach mit 30:25 und holten sich die silberne Schale erstmals seit 1997 zurück an die Castroper Straße.

Ein torhüter, ein siebenmeter und ein jubel, der alles wegriss

Ein torhüter, ein siebenmeter und ein jubel, der alles wegriss

Die Partie kippte in der 45. Minute. Bensheim lag nur zwei Treffer zurück, dann blockte Sarah Wachter zweimal hintereinander, traf anschließend ins leere Tor und schrie sich die Seele aus dem Leib. 12 Paraden standen am Ende für die Nationaltorhüterin – mehr als jede ihrer Kolleginnen im ganzen Turnier.

Trainer Henk Groener wechselte in der Abwehr auf eine offene Manndeckung, ließ Grijseels auf Linksaußen stürmen und stellte die Räume so eng, dass Bensheims Rückraumduo plötzig wirkte. Guro Nestaker nutzte die Lücken, netzte siebenmal, wurde zur Topscorerin und riss sich das Trikot vom Körper, als der Schlusspfiff ertönte.

Die Zahlen sind schonungslos: Dortmund warf 62 Prohalbzeit-Tore, Bensheim nur 48. Die Schwarzgelben gewannen 34 Abpraller, unterbanden 14 Gegenstöße – Effizienz, die sich in der Tabelle widerspiegelt. Denn nach 21 Spielen stehen sie bei 40:2 Punkten, nur einmal gaben sie sich geschlagen.

Im kleinen Finale hatte sich zuvor Blomberg-Lippe gegen den Thüringer HC durchgesetzt. Die 29:27 sichern dem Aufsteiger die erste Europacup-Teilnahme, doch die Schlagzeilen gehören Dortmund. Der Verein, der 1996 und 1997 dominierte, kehrt zurück an die Spitze – und das mit einem Kader, dessen Durchschnittsalter bei 23,4 Jahren liegt.

Die Meisterschaft ist noch nicht entschieden, aber der Druck liegt jetzt bei den Verfolgern. Wer die Borussia stoppen will, muss mehr als nur eine gute Abwehr finden. Er muss eine Mannschaft schlagen, die gerade gelernt hat, wie es sich anfühlt, Geschichte zu schreiben.