Fischer rettet zfc meuselwitz einen punkt in zehlendorf
Ein Holperrasen in Lichterfelde, 203 Zuschauer in der Kälte und eine erste Hälfte, die man am liebsten aus dem Gedächtnis streichen würde – und trotzdem fährt der ZFC Meuselwitz mit einem Punkt im Gepäck zurück nach Thüringen. Einwechsler Luis Fischer machte das möglich, als er in der 79. Minute per Kopf zum 1:1 einnickte und die Berliner Reise vor dem Totalausfall bewahrte.
Eine erste hälfte zum vergessen
Wer sich von dieser Begegnung zwischen Hertha Zehlendorf und dem ZFC Meuselwitz Regionalliga-Fußball auf hohem Niveau erhofft hatte, wurde früh eines Besseren belehrt. Der Platz in Lichterfelde ließ flüssiges Kombinationsspiel schlicht nicht zu. Beide Mannschaften kämpften mehr gegen den Untergrund als gegeneinander. Zehlendorf hatte obendrauf noch einen handfesten Sonderfall zu bewältigen: Es war das erste Ligaspiel seit dem 6. Dezember – und diese Spielpause sah man dem Gastgeber in jeder Sequenz der Anfangsphase an. Rostig, zögerlich, ohne Rhythmus.

Ein standard bricht das eis – aber nur kurz
Erst nach dem Seitenwechsel bekamen die wenigen Zuschauer etwas zu sehen, das den Namen Fußball verdient. Und dann fiel ausgerechnet nach einem ruhenden Ball das erste Tor: Eine kurz ausgeführte Ecke landete über Umwege bei Ben Schulz, der aus kurzer Distanz ZFC-Keeper Lukas Sedlak überwand – 55. Minute, 1:0 für die Gastgeber.
Meuselwitz wankte, aber fiel nicht. Die Thüringer steigerten sich spürbar und drückten die Zehlendorfer zunehmend in die eigene Hälfte. In der 73. Minute rettete Keeper Alexis Dedidis noch glänzend gegen eine Doppelchance durch Elias Oke und Hendrick Wurr. Sechs Minuten später war sein Arm zu kurz.

Fischer macht den unterschied
David Pfeil setzte sich auf der linken Außenbahn energisch durch, ließ seinen Gegenspieler stehen und flankte scharf an den ersten Pfosten. Dort lauerte Luis Fischer – frisch eingewechselt, hellwach – und köpfte den Ball unhaltbar ins Netz. 1:1, 79. Minute. Endstand.
Ein Punkt, der sich nach dem Spielverlauf verdient anfühlt. Meuselwitz hat in Zehlendorf Moral bewiesen, auch wenn der Auftritt über weite Strecken alles andere als überzeugend war. Manchmal reicht ein einziger Joker, der zur richtigen Zeit den Kopf hinhält – und genau das war Fischer an diesem Märznachmittag in Berlin.
