Fifa-virus verseucht racing-santander vor zaragoza-kracher

Fünf Leistungsträger fehlen, vier weitere humpeln – und das an einem Wochenende, das über die Segunda-Primera-Aufstiegsplätze entscheidet. Racing Santander reist mit einem B-Team zum FC Zaragoza, weil der Fifa-Kalender den Klub gnadenlos trifft.

Die nominierten: ein kontinent voller abwesenheiten

Gustavo Puerta flog nach Barranquilla, Guliashvili nach Tiflis, Eriksson nach Skellefteå. Dazu gesellen sich Peio Canales und Salinas in die spanischen U-21- und U-19-Lager. Keiner wird vor Montag zurück sein – und selbst dann fehlt jede Dosis Frische. Puerta und Guliashvili könnten theoretisch am 1. April gegen Sporting Gijón auflaufen, doch der Trainerstab rechnet intern mit 30 Minuten Notreserve, nicht mehr.

Die Rechnung ist simpel: Wer Mittwoch landet, hat zwei Tage Tapering, keine Einheit mit Ball, kein Video, kein Taktikgespräch. „Wir planen ohne sie“, sagt José Alberto Lopez im Trainingslager von Solares. Die Worte klingen wie ein Schulterschluss mit der Realität.

Krankenstation ibercaja: vier weitere ausfälle

Krankenstation ibercaja: vier weitere ausfälle

Arana zieht seit Wochen eine Oberschenkelzerrung hinter sich, Mantilla laboriert an der Syndesmose, Manex an der Patellasehne. Pablo Ramón ist der einzige, der eine Rückkehr in den Kader noch erlaubt – vorausgesetzt, das MRT am Freitag zeigt keine neue Blutung. Die medizinische Abteilung arbeitet im Schichtbetrieb, doch die Uhr tickt lauter als jedes EKG.

Die Statistik nagelt den Klub an die Wand: Ohne Puerta sinkt die Passquote im Mittelfeld um 12 %, ohne Guliashvili die Torchancen pro Spiel von 1,9 auf 1,1. Die Datenbank Opta nennt es „signifikant“, Lopez nennt es „eine Kampfansage an den Rest der Bank“.

Lopez setzt auf next-gen – und auf zwei tage wahnsinn

Lopez setzt auf next-gen – und auf zwei tage wahnsinn

Die Lizenzspielerliste wird zur Lotterie. Mit Jon Pérez (19) und Javi Rozada (18) rücken Jugendkräfte ins Aufgebot, die bisher zusammen 67 Minuten Segunda-Spielzeit sammelten. Lopez gab der Mannschaft 48 Stunden Frei, bevor am Mittwoch die Doppelbelastung beginnt: Videoanalyse um 9 Uhr, Platztraining um 11 Uhr, anschließend Ballarbeit unter Druck – alles in 28 Stunden bis zum Abflug nach Aragonien.

Die Frage ist nicht, ob Racing die Punkte braucht – sie liegen nur zwei Zähler vor Platz sieben. Die Frage ist, wie viel improvisierte DNA eine Saison verträgt. Lopez zuckt mit den Schultern: „Wir haben 25 Profis, nicht nur elf. Jetzt beweist der Rest, warum er den Vertrag unterschrieben hat.“

Am Sonntagabend wird das Ibercaja Estado erfahren, ob ein Notkader reicht, um den Aufstiegsexpress auf Gleis zu halten. Die Wette: Wer jetzt überlebt, darf im Mai über die Play-offs sprechen. Die andere Seite der Medaille: Wer jetzt stolpert, rutscht auf Platz zehn – und die Saison wird zur Geduldsprobe. Für Racing beginnt die Zukunft also früher als geplant: in 72 Stunden, mit einem Kader, der sich erst auf dem Flug zusammenfindet.