Fifa-präsident fordert rückkehr russischer teams – heftige kritik aus der ukraine

Fifa-präsident fordert rückkehr russischer teams – heftige kritik aus der ukraine

Gianni Infantino, der Präsident der FIFA, hat sich für eine Rückkehr russischer Fußballmannschaften in internationale Wettbewerbe ausgesprochen. Diese Äußerung hat in der Ukraine für Entrüstung gesorgt, während im Kreml mit Freude aufgenommen wird. Die Debatte um die Teilnahme Russlands am internationalen Sport zeigt die tiefen Gräben, die durch den Krieg entstanden sind.

Kreml begrüßt infantinos aussagen

Kremlsprecher Dmitri Peskow zeigte sich erfreut über die Erwägungen des FIFA-Präsidenten. Er betonte, dass die Rechte der russischen Fußballer und der Nationalmannschaft wiederhergestellt werden müssten. “Es ist erfreulich, dass solche Überlegungen nun auch innerhalb der Organisation selbst stattfinden”, so Peskow laut russischen Nachrichtenagenturen. Die russische Seite sieht in der möglichen Rückkehr eine gerechte Entwicklung.

Scharfe kritik aus kiew: „moralisch degeneriert“

Scharfe kritik aus kiew: „moralisch degeneriert“

Die Reaktion aus der Ukraine fiel deutlich harscher aus. Außenminister Andrij Sybiha nannte Infantino sogar „moralisch degeneriert“. Sportminister Matwij Bidny sprach von „verantwortungslosen“ Äußerungen. Der ukrainische Fußballverband (UFA) forderte, dass der Ausschluss Russlands so lange bestehen bleiben müsse, wie der Krieg andauert. Die Ukraine sieht die FIFA in der moralischen Pflicht, eine klare Haltung einzunehmen.

Infantinos begründung: „das verbot hat nichts gebracht“

Infantinos begründung: „das verbot hat nichts gebracht“

Infantino argumentierte, dass das Verbot keinen positiven Effekt erzielt habe. “Dieses Verbot hat nichts gebracht. Es hat nur Frustration und Hass hervorgerufen”, sagte er dem britischen Sender Sky. Er fügte hinzu, dass es hilfreich wäre, wenn Mädchen und Jungen aus Russland in anderen Teilen Europas Fußball spielen könnten. Dies sei ein Beitrag zur Völkerverständigung.

Historischer vergleich: parallelen zu den olympischen spielen 1936

Sybiha zog einen drastischen Vergleich zu den Olympischen Spielen 1936 im nationalsozialistischen Deutschland. „679 ukrainische Mädchen und Jungen werden nie Fußball spielen können – Russland hat sie getötet“, schrieb er in den sozialen Netzwerken. “Und es tötet weiter, während moralische Degenerierte vorschlagen, die Sanktionen aufzuheben, obwohl Russland seinen Krieg nicht beendet hat.”

Fifa-rat entscheidet über u-15-turniere

Im Dezember 2023 bestätigte der FIFA-Rat, dass russische Teams an U-15-Turnieren teilnehmen dürfen. Diese Entscheidung folgte der Empfehlung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), das sich für eine „uneingeschränkte“ Rückkehr russischer Jugendteams ausgesprochen hatte. Die UEFA hatte zuvor ebenfalls Lockerungen bei Jugendturnieren angeregt.

Hintergrund: der ausschluss russlands im jahr 2022

Unmittelbar nach dem russischen Überfall auf die Ukraine im Jahr 2022 hatten FIFA und UEFA russische Teams von allen Wettbewerben ausgeschlossen. Die Ukraine konnte sich dabei auf die Unterstützung zahlreicher europäischer Verbände verlassen, die eine Wiedereingliederung Russlands zunächst blockierten. Die aktuelle Debatte zeigt, dass diese Unterstützung bröckelt.

Die zukunft des russischen fußballs

Die Entscheidung der FIFA, russischen U-15-Teams die Teilnahme an Turnieren zu ermöglichen, ist ein erster Schritt. Es bleibt abzuwarten, ob und wann auch die Nationalmannschaft und Proficlubs wieder auf die internationale Bühne zurückkehren können. Die politische Lage und die Haltung der Ukraine werden dabei entscheidend sein.