Fifa series 2026: 50 teams, zwölf gastgeber, ein einziger plan – der globale pokal-kick vor der wm

Ruanda, Puerto Rico, Kasachstan – die FIFA schickt die Nationalteams diesen März nicht in Glamour-Arenen, sondern dorthin, wo sonst keiner hinspuckt. 50 Mannschaften, alle Kontinente, keine Pflicht, nur Lust: Die FIFA Series 2026 beginnt am 25. März und ist damit der letzte Großversuch, vor der WM in den USA noch jeden Winkel des Planeten fußballreif zu bekommen.

Was wie ein Testlauf klingt, ist längst Strategie. Gianni Infantino will mit dem zweiten Anlauf des Formats genau das liefern, was seine Expansion auf 48 WM-Teilnehmer braucht: TV-Rechte in Nischen, Daten für Sponsoren, Stadien in Ländern, die sonst nie ein Spiel der Männer-Elite sehen. Kurz: Die FIFA Series ist der Prototyp für einen globalen Klub der Zweit- und Drittklassigen – nur dass hier Nationalflags im Wind wehen.

Deutschland blickt nach curacao – und nach australien

Der DFB hat seinen WM-Gruppengegner Curacao nach Melbourne geschickt. Für Hansi Flick ein Glücksfall: Er kann sich vor Ort ein Bild von Mihály Sándors Team machen, ohne dass die europäische Presse jeden Schritt dokumentiert. Parallel läuft in Aserbaidschan Sierra Leone gegen St. Lucia – ein Duell, das selbst im Konferenz-Livestream nur Hardcore-Scouts verfolgen. Die FIFA nennt das „Konföderations-Überbrückung“, tatsächlich ist es ein Datenpaket für Analysten, die in Katar und Lille schon wieder von null anfangen müssen.

Die Frauen bekommen ihre eigene Serie, aber erst im April. Brasilien gegen Kanada in Manaus ist dabei das einzige Match, das sich FIFA-Marketingchef Kay Madati auch ohne Druck anschauen würde. Der Rest: Thailand, Elfenbeinküste, Kenia – Länder, deren Verbände Startgelder kassieren, die fiftypedia heißen und die keinen einzigen Cent Transfer-Einnahmen generieren.

Kein verlängerung, kein gewinner, nur penaltys

Kein verlängerung, kein gewinner, nur penaltys

Die Regeln sind so simpel wie ein Kick auf dem Bolzplatz: 90 Minuten, dann sofort Elfmeterschießen. Kein VAR, kein Nachspiel, kein Ranking-Punkte-Gezerre. Jede Gruppe krönt einen Sieger, der am Ende eine Trophäe erhält, die aussieht wie ein 3-D-gedruckter Kontinentsverband. Die Spieler bekommen Länderspiel-Prämien, die Verbände eine Präsenz auf FIFA-Plattformen – mehr ist nicht drin.

Die Logistik ist der eigentliche Kraftakt. Zwölf Gastgeber, zwölf Zeitverschiebungen, dreizehn verschiedene Turnierformate. In Ruanda laufen zwei Gruppen parallel, im Stadion von Kigali wechseln sich morgens Burundi und abends Aruba ab. Die FIFA zahlt Reisekosten, die Luftwaffe von Neuseeland stellt Charterflugzeuge, weil die Zeit zwischen den Spielen sonst nicht reicht. Wer glaubt, das sei Ablenkung, hat Recht – aber genau darauf läuft der Plan hinaus.

Am 31. März steht in Taschkent das letzte Elfmeter-Duell an, dann geht’s für 48 Teams in die WM-Vorbereitung. Die anderen zwei haben sich qualifiziert, indem sie verloren – eine Ironie, die selbst Infantino nicht erklären kann. Die Bilanz wird lauten: 50 Spiele, null Verletzte, 1,2 Milliarden Impressions, drei neue Sponsoren und ein Datensatz, der in zwei Jahren wieder verkauft wird. Die FIFA Series ist kein Fußball-Fest, sie ist die Generalprobe für eine WM, die schon längst keine mehr ist, sondern ein globales Rundum-Event. Und wir schauen trotzdem hin – weil es eben doch noch ein Länderspiel ist, auch wenn es in Kigali statt im Wembley stattfindet.