Feuerring am himmel: der ringförmige sonnenfinsternis 2026
Feuerring am himmel: der ringförmige sonnenfinsternis 2026
Als leidenschaftliche Sportjournalistin freue ich mich normalerweise über sportliche Höchstleistungen. Doch auch der Himmel hält spektakuläre Ereignisse bereit, die uns in ihren Bann ziehen. Im Jahr 2026 beginnt das astronomische Kalenderjahr mit einem faszinierenden Phänomen: einer ringförmigen Sonnenfinsternis, auch bekannt als der „Feuerring“. Dieses Ereignis am 17. Februar 2026 ist nicht nur ein visuelles Highlight für Himmelsbeobachter, sondern auch eine wichtige wissenschaftliche Gelegenheit, die bahnmechanische Präzision und die Sonnenkorona zu studieren.
Was ist eine ringförmige sonnenfinsternis?
Im Gegensatz zu einer totalen Sonnenfinsternis, bei der der Mond die Sonne vollständig verdeckt und die Erde in Dunkelheit hüllt, tritt eine ringförmige Finsternis auf, wenn der Mond sich in seinem Apogäum befindet – dem am weitesten von der Erde entfernten Punkt seiner Umlaufbahn. Aufgrund dieser größeren Entfernung ist der scheinbare Durchmesser des Mondes etwa 1,1% kleiner als der der Sonne. Dadurch bleibt ein heller Ring der Sonnenoberfläche sichtbar, der den dunklen Rand des Mondes umgibt. Es entsteht der namensgebende „Feuerring“.

Zeitplan und phasen des ereignisses
Laut Berechnungen der NASA und internationaler astronomischer Zentren erstreckt sich die Finsternis über mehr als vier Stunden. Die globalen Zeiten (in UTC) lauten wie folgt:
- Beginn der partiellen Finsternis: 09:56 UTC
- Beginn der ringförmigen Phase: 11:42 UTC
- Maximum der Finsternis: 12:12 UTC
- Ende der ringförmigen Phase: 12:41 UTC
- Ende der partiellen Finsternis: 14:27 UTC
Der „Feuerring“ erreicht seine maximale Dauer von 2 Minuten und 20 Sekunden während des Maximums der Finsternis, eine kurze, aber intensive Beobachtungszeit.

Wo ist die finsternis zu sehen?
Die sogenannte Anularitätsstrecke – der Pfad, wo der Ring perfekt sichtbar ist – ist bei dieser Gelegenheit relativ schmal und verläuft hauptsächlich über abgelegene Gebiete der südlichen Hemisphäre.
Privilegierte Beobachtungsorte (Anularität): Der zentrale Schattenpfad wird fast ausschließlich über die Antarktis und die Gewässer des südlichen Ozeans verlaufen. Wissenschaftler in Forschungsstationen wie Concordia (Frankreich/Italien) und Mirny (Russland) werden zu den wenigen Menschen gehören, die den vollständigen Ring von festem Boden aus beobachten können. Hier steht die Sonne sehr tief am Horizont, was zu zusätzlichen atmosphärischen visuellen Effekten führen könnte.
Partielle sichtbarkeit
Ein viel größerer Teil der Bevölkerung kann die Finsternis in ihrer partiellen Phase beobachten (wobei die Sonne wie angeknabbert aussieht):
- Südamerika: Der südliche Zipfel von Argentinien (Cabo Espíritu Santo) und Chile (Punta Arenas) können eine leichte Verdunkelung von etwa 30% bis 40% beobachten.
- Afrika: Länder wie Südafrika, Namibia, Mosambik und Simbabwe werden die partielle Finsternis am Nachmittag sehen.
- Indische Ozeaninseln:Madagaskar, Mauritius und die Seychellen liegen ebenfalls in der Zone der Sichtbarkeit.
Hinweis für Kolumbien und den Norden: In Kolumbien, Mexiko und weiten Teilen der nördlichen Hemisphäre wird das Phänomen aufgrund der Erdkrümmung und der Position der Sonne nicht sichtbar sein.
Wissenschaft und der saros-zyklus
Diese Finsternis gehört zum Saros-Zyklus 121, einer Familie von Finsternissen, die sich alle 18 Jahre, 11 Tage und 8 Stunden wiederholt. Das aktuelle Ereignis ist die Nummer 61 einer Serie, die im Jahr 944 begann und im Jahr 2206 enden wird. Für Astronomen sind diese Ereignisse von entscheidender Bedeutung, um Messinstrumente zu kalibrieren und die Mondbahn mit millimetergenauer Präzision zu studieren.
Sicherheitsvorkehrungen
Auch während einer ringförmigen Sonnenfinsternis sollte man niemals direkt in die Sonne schauen, ohne entsprechenden Schutz. Der „Lichtring“ ist immer noch stark genug, um innerhalb von Sekunden irreversible Schäden an der Netzhaut zu verursachen.
- Zertifizierte Sonnenbrillen: Müssen der Norm ISO 12312-2 entsprechen.
- Sonnenfilter: Bei der Verwendung von Teleskopen oder Ferngläsern muss der Filter an der Vorderseite des Objektivs angebracht werden, niemals am Okular.
- Indirekte Methoden: Die Verwendung von Lochkameras (Projektion des Lichts durch ein Loch in einem Karton) ist die sicherste und kostengünstigste Methode, um den Fortschritt der Finsternis zu beobachten.
Nächste ereignisse
Wer sich nach dieser Finsternis sehnt, dem steht im Jahr 2026 noch ein weiteres Highlight bevor: Am 12. August 2026 findet eine totale Sonnenfinsternis statt, die über Grönland, Islandund Spanien verläuft und eines der meistbesuchten astronomischen Ereignisse des Jahrzehnts verspricht.
