Acosta: verstappen überraschte mich – und ktm könnte helfen!

Barcelona und Brünn liegen nur wenige Tage auseinander, doch für Pedro Acosta war der Formel-1-Grand-Prix in Katalonien mehr als nur ein kurzer Exkurs. Der MotoGP-Youngster nutzte die Gelegenheit, um sich mit Max Verstappen auszutauschen – ein Gespräch, das ihm neue Perspektiven eröffnete und ihm gleichzeitig die Augen für die Herausforderungen in seiner eigenen Serie öffnete.

Die unerwartete nähe zu verstappen

Acosta schilderte die Begegnung mit dem niederländischen Weltmeister: „Ich war überrascht, wie ein netter Mensch er ist. Er kam selbst auf mich zu, obwohl das Rennen gerade erst vorbei war. Ich dachte, er wäre verärgert, aber er war sehr zugänglich.“ Ein Blick auf die eigene Situation ließ Acosta darüber nachdenken, wie er selbst mit Frustration umgehen würde, sollte er in ähnlichen Situationen stecken bleiben.

Der Spanier thematisierte die Diskrepanz zwischen seinem Talent und den Möglichkeiten, die ihm sein aktuelles Motorrad bietet. Ein Gefühl, das er offenbar auch bei Verstappen erkannt hat, der sich trotz seines Könnens mit einer schwierigen Situation auseinandersetzt. „Er hat es etwas leichter, da er nach Nürburgring noch 24 Stunden Zeit hatte, um sich zu erholen. Er hat mehr Spielraum.“

Test mit ktm: ein hoffnungsschimmer für brünn

Test mit ktm: ein hoffnungsschimmer für brünn

Trotz seines bevorstehenden Wechsels zu Ducati im Jahr 2027 zeigt Acosta sich offen für einen Test mit KTM. „Wenn sich die Chance ergibt, werde ich sicher mitmachen. Alles, was zur Verbesserung des Motorrads beiträgt, ist für mich wertvoll.“ Er betont, wie wichtig solche Tests sind, um die Konkurrenz besser einschätzen zu können und eigene Schwächen zu analysieren. „Es ist sehr kompliziert, von außen zu sehen, wie die anderen Motorräder funktionieren. Man kann sich nur schwer ein genaues Bild machen.“

Für den Grand Prix von Brünn blickt Acosta optimistisch voraus. „Historisch gesehen läuft KTM hier recht gut. Allerdings ist die Konkurrenz dieses Jahr enorm: Vier Aprilias, fünf Ducatis und Marc Márquez, der unbedingt Punkte einfahren will. Es wird alles sehr schwierig.“ Dennoch ist er zuversichtlich, eine weitere Verbesserung gegenüber dem Vorjahr erzielen zu können. „Ich gehe mit der gleichen Einstellung ins Rennen. Ich muss mich auf das Motorrad konzentrieren und schauen, wie es läuft – und dann überraschen.“

Die neue motogp-regulierung und die 850er-maschinen

Die neue motogp-regulierung und die 850er-maschinen

Acosta äußerte sich auch zur geplanten Einführung von 850er-Maschinen und einem veränderten Reglement. Er sieht die Reduzierung der Hubraum als einen Schritt zurück, glaubt aber, dass der Wegfall von aerodynamischen Helfern positiv sein könnte. „MotoGP sollte nicht einfach sein. Es geht darum, dass der Fahrer den Unterschied macht. Ein 1.000er-Motor hätte die Rennen spannender gemacht, da er schwerer zu kontrollieren gewesen wäre.“

Er räumt ein, dass die MotoGP-Technologie immer weiter fortschreitet und der Einfluss des Fahrers abnimmt. „Der Sport wird immer mehr zum Sport der Ingenieure. Früher brauchte man nicht das beste Motorrad, um zu gewinnen. Jetzt ist es sehr schwierig, ohne die richtige Ausrüstung vorne mitzumischen.“

Acosta zeigte sich entschlossen, aus seinen Fehlern zu lernen und seine Leistung kontinuierlich zu verbessern. „Ich versuche, weniger Risiken einzugehen und aus meinen Fehlern zu lernen. Manchmal muss man sich mit einem fünften Platz zufrieden geben, anstatt stürze zu riskieren.“

Obwohl er seinen Wechsel zu Ducati in der Zukunft sieht, konzentriert sich Acosta voll und ganz auf seine aktuelle Aufgabe bei KTM. „Ich weiß nicht, wo ich nächstes Jahr fahren werde. Aber ich glaube, ich tue mein Bestes. Die Marke ist zufrieden mit mir. Es ist normal, dass ich an manchen Sonntagen verärgert vom Circuit fahre, aber das ist eben so. Ich werde alles geben, um den Durchbruch zu schaffen.“

Die MotoGP-Saison 2024 ist noch lang, und Pedro Acosta hat allen Grund, optimistisch in die Zukunft zu blicken. Sein Talent ist unbestritten, und die Herausforderungen, denen er sich stellt, werden ihn zweifellos zu einem noch stärkeren Fahrer machen.