New yorks wm-hoffnungen trüben sich ein: teure tickets und reisekosten schrecken fans ab
New York hatte sich auf einen wahren Fan-Andrang zur WM 2026 eingestellt. Doch die Realität sieht düsterer aus: Hohe Ticketpreise und exorbitante Reisekosten gefährden die Hoffnungen der Stadt auf ein volles Haus und florierende Geschäfte. Die angespannte geopolitische Lage verstärkt das Problem noch zusätzlich.
Ein zugticket für den preis eines kleinwagens?
Die Zugfahrt vom pulsierenden New York zum MetLife Stadium in New Jersey, einem der WM-Austragungsorte, ist plötzlich zum Luxus geworden. Für stolze 98 Dollar pro Person müssen sich Fans durch den Regionalexpress quälen – ein Preis, der selbst hartgesottene Fußballfans ins Grübeln bringt. Dirk Walsdorff, Sportschau-Reporter, testete die Fahrt selbst und berichtet von einer surrealen Situation: „Einmal unter dem Hudson durch und keine Viertelstunde später ist man da. Secaucus Junction – Zeit für den Umstieg in den Stadion Shuttle. Ein Plausch mit einem gut gelaunten französischen Napoleon-Double.“
Die Transportkosten sind jedoch nur ein Teil des Problems. Die Eintrittskarten für die Spiele der Vorrunde kosten bereits um die 660 Dollar pro Stück, was die Gesamtkosten für einen Besuch schnell in den vierstelligen Bereich schnellen lässt. Kyle und seine Freunde, trotzig und entschlossen, betrachten die hohen Ausgaben als einen „Once-in-a-Lifetime“-Moment, doch viele potenzielle Besucher schrecken angesichts der Gesamtkosten zurück.

Mehr als nur geld: politische unsicherheiten und nachfrage
Die Finanzfrage ist nicht der einzige Stolperstein. Die aktuelle politische Lage, insbesondere die Spannungen zwischen verschiedenen Nationen, dämpft ebenfalls die Stimmung. Viele ausländische Fans zögern, die Reise anzutreten, was sich bereits in einer schleppenden Nachfrage nach Hotelzimmern und anderen touristischen Dienstleistungen bemerkbar macht. Tobias aus Bremen, der seit Jahren in New York lebt und im Trainerstab der Columbia University tätig ist, bringt es auf den Punkt: „Alles für normale Menschen nicht zugänglich, obwohl der Sport doch für alle da sein soll. Das ist einfach kacke.“
Die Verkehrsbetriebe New Jersey Transit rechtfertigen die exorbitanten Ticketpreise mit den immensen Kosten für Organisation, Personal und Sicherheit im Zusammenhang mit der WM. Doch die Rechnung geht nicht auf: Die hohen Preise schrecken nicht nur Fans ab, sondern gefährden auch die wirtschaftlichen Erwartungen der Stadt New York. Die WM droht, ein teures Lehrstück zu werden, das zeigt, dass Fußballleidenschaft allein nicht über hohe Preise hinwegtäuschen kann.
