Fermín lópez trägt lamine yamal auf dem herzen: torjubel mit 304-code

Kein Lamine Yamal im Coliseum Alfonso Pérez – aber seine Nummer war trotzdem auf dem Platz. Fermín López schlug in der 45. Minute zu, zog mit rechts flach ins lange Eck und formte im Sprint die Finger seiner linken Hand zu den Ziffern 3-0-4. Der Postleitzahl von Rocafonda. Die Hymne eines Freunds.

Der ausfall, der den kader bewegt

Yamal bleibt nach seinem Bizepssehnenriss links außen. Die Saison ist für ihn gelaufen, das WM-Ticket noch nicht gebucht. Hansi Flick verliert seinen variabelsten Angreifer, die Liga verliert einen ihrer jüngsten Galionsfiguren. Doch die Kabine verliert ihn nicht aus den Augen. Seit dem Mittwochabend gegen Celta sickern Bilder durch: Pedri, der sich nach dem Schlusspfiff sofort in den Katakomben nach dem 17-Jährigen erkundigt; Gündogan, der die Physiotherapeuten anhämmert, wie lange „der Junge“ wirklich ausfällt; jetzt Fermíns Jubel-Morsezeichen.

Das 1:0 in Getafe war nicht schön, aber es war laut. Lauter als die 12.000 Zuschauer im Stadion. Denn es hallte durch Smartphones direkt ins Teamhotel, wo Yamal mit erhöhtem Bein und Trainingsjacke die Szene auf Instagram teilte. „Love u my g!!! @ferminlopez“, schrieb er, drei rote Herzen, ein Feuer-Emoji. Antwort binnen Minuten: „Für dich, crack.“

Was barcelona ohne yamal verliert – und was nicht

Was barcelona ohne yamal verliert – und was nicht

Statistisch fehlen ab sofort 0,63 erwartete Tore pro 90 Minuten, 4,7 Progressiv-Runs und die 38 % erfolgreichen Dribblings, die kein anderer Blaugrana-Spieler auch nur annähernd liefert. Emotional fehlt der erste Spieler, der 2024 gleichzeitig Teenager und Leitwolf sein darf. Aber genau das hat Flick in den vergangenen Tagen umgebaut: Die Verantwortung wird aufgeteilt, nicht abgegeben. Pedri übernimmt die letzte Passstation, Raphinha die Antrittsphase, Fermín das Timing in den Räumen. Gegen Getafe funktionierte die Mischung – wenn auch nur dank einer Standardsituation und einem Konter, der sich wie ein Trainingsformsprint las.

Die Pausenführung rettete nicht nur drei Punkte, sie schickte eine Botschaft. Kein Yamal? Dann eben Kollektiv-Tempo. Keine Showeinlage? Dann eben Treffer mit Postleitzahl-Gruß. Die Liga schaut seit Wochen auf den Jungen mit der 19 auf dem Rücken. Jetzt schaut sie auf das, was bleibt, wenn die 19 fehlt.

Barcelona fährt mit sieben Zählern Vorsprung nach Hause. Yamal fährt zur MRT-Kontrolle. Die Saison ist noch nicht entschieden, der Kreis aber schon: 3-0-4 steht für Rocafonda, aber auch für „wir sind eins“. Wer denkt, Fußball sei nur eine Frage von Muskeln, sollte sich Fermíns Fingerpose ansehen. Dort steckt mehr Kraft als in jedem Sprint.