Fcm-sportchef schork zieht notbremse: sander und ibold bleiben trotz abstiegsplatz

Die Schmach von Platz 17 reicht nicht, um in Magdeburg den Kopf zu wuchten. Otmar Schork, Sportchef des 1. FC Magdeburg, stellt sich vor die beiden Trainer, die ihm seit Wochen den Hals abschnüren: Petrik Sander und Pascal Ibold behalten ihren Job. Drei Pleiten am Stück, sieben Gegentore, ein Sieg seit Weihnachten – und trotzdem kein Blatt vorm Mund. „Es gibt keine Trainerdiskussion“, sagt Schork in einer Mitteilung, die wie ein Befehl klingt. „Wir haben vollstes Vertrauen in unser Team.“

Warum schork jetzt den rücken stärkt

Die Antwort liegt im Kalender. Noch sieben Spiele, zwei Punkte Rückstand auf Relegationsplatz 16, drei auf den rettenden 15. Rang. Die 2. Bundesliga ist ein Sargnagel-Parcours, in dem ein einziger Sieg die Tabelle sprengt. Schork weiß: Wechselt er jetzt, brennt er seine letzte Rakete, bevor der Gegner die Sprengkraft überhaupt sieht. Also schwenkt er auf Durchhaltetaktik um, packt die Saison 2022/23 aus, als der FCM nach einer 0:7-Klatsche gegen Karlsruhe trotzdem aufstand. Ironie des Schicksals: Genau dieser Gegner schickte Magdeburg am Sonntag mit 0:2 in die nächste Depression.

Die eigentliche Bombe zündet Schork aber im Nebensatz. Er nennt die Gegentore „ein Sorge“. Kein „Problem“, kein „Thema“, ein „Sorge“. So redet jemand, der schon die nächste Transferperiode im Kopf hat. Denn was Magdeburg seit Wochen fehlt, ist keine Taktik, sondern ein Abwehrspieler, der aus dem Stand eine Kette formt. Die Personalie steht offenbar bereits, nur traut sich keiner, sie vor dem Kellerduell in Elversberg am Freitag (18.30 Uhr) zu benennen.

Die stunde der fans beginnt jetzt

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Schork wirbt um Zusammenhalt – und meint damit die 25.000 in der MDCC-Arena, die gegen Karlsruhe schon Pfiffe andeuteten. Die Kurve soll wieder zum 12. Mann werden, statt die Bank zu sprengen. Dabei ist das Duo Sander/Ibold alles andere als unumstritten. Ihr Rezept: hohe Linie, riskantes Pressing, aber ohne die nötige Ballsicherheit. Ergebnis: 42 Gegentore, schlechteste Defensive der Liga. Die Frage ist nicht, ob das System taugt, sondern ob es bis Mai reicht.

Ein Sieg in Elversberg würde die Lage entschärfen. Dort wartet der Aufsteiger, der im Hinspiel Magdeburg mit 4:0 zerlegte und damit Markus Fiedler die Entlassung einbrachte. Schork erinnert sich: „Trotz einer 0:7-Niederlage gegen den KSC sind wir auch damals wieder aufgestanden.“ Diesmal steht keine 7, sondern eine 17 im Weg. Und die ist hartnäckiger.