Fck gegen ksc: wann schlägt lieberknechts trotzreaktion ein?
Um 13:30 Uhr rollt der Ball im Fritz-Walter-Stadion – und mit ihm rollt wieder die Angst der Roten Teufel, sich selbst zu verlieren. Nach zwei Pleiten nacheinander steht der 1. FC Kaiserslautern vor dem Saison-Check-Up gegen den formstarken Karlsruher SC. Die Statistik lügt nicht: Unter Torsten Lieberknecht kassierte der FCK noch nie drei Niederlagen in Serie. Heute droht genau das.
Torsten lieberknecht und die 90 minuten gegen die eigte statistik
Die Aufstellung ist klar: Tobias Stieler pfeift, Christian Eichner lacht sich links und rechts die Arme wund, weil sein KSC seit drei Spielen ungeschlagen ist. Neun Tore in diesem Mini-Zyklus – mehr als jede andere Zweitliga-Elf. Marvin Wanitzek jagt mit 13 Treffern die Torjägerkrone, Louey Ben Farhat jagt den Teenager-Rekord seit 2000. Der FCK? Marlon Ritter traf zuletzt dreimal in zwei Spielen. Das klingt nach Hoffnung, riecht aber nach Zufall, weil die Defensive vier der letzten sechs Partien verlor.
Die Zahlen sind ein offener Brief an die Nerven: 43 Expected Goals Against für beide Teams – ein Wert, der jeden Analysten zum Gähnen bringt. 32 Tore aus dem laufenden Spiel für Kaiserslautern, 35 Gegentore nach offenen Abläufen für Karlsruhe. Übersetzt: Wer zuerst trifft, dem folgt sofort das Gegentor. Kein Wunder, dass in den letzten sechs FCK-Heimspielen immer mindestens ein Treffer vor dem Seitenwechsel fiel. Die erste gelbe Karte kassierten die Pfälzer dabei jedes Mal selbst – ein Running Gag ohne Pointe.

Warum ben farhat heute mehr ist als ein scout-magnet
Der 19-Jährige ist längst kein Geheimtipp mehr. Bayern und Dortmund schickten ihre Zuschauer, doch das interessiert ihn gerade so viel wie die Frage, ob das Stadionbier warm oder kalt ist. Dreimal in Folge traf er – das schaffte in Liga zwei seit der Jahrtausendwende kein Teenager. Sein Vorteil: Karlsruhe schießt in jedem der letzten drei Spiele in beiden Halbzeiten. Seine Gefahr: Kaiserslautern besitzt die zweitbeste Chancenverwertung der Liga. 51 Prozent verwandelte Großchancen bedeuten, dass jede halbe Chance fast schon ein Tor ist.
Die letzten zehn Heimspiele des FCK gegen den KSC endeten immer mit einer geraden Torzahl – ein Kuriosum, das sich heute fortsetzen oder endgültig platzen kann. Entscheidend wird sein, wer die erste Gelbe kassiert, wer die erste Unruhe erzeugt. Denn die Roten Teufel sind nicht nur das Team mit der höchsten Zahl an Gegentoren nach Standards, sondern auch das mit der kürzesten Geduldsfrist.
Sky überträgt, Sport1 tickert, die Fans rattern. Kein Free-TV, keine Gnade. Wer heute nur die Tabelle anschaut, verpasst die Geschichte. Sie lautet: Ein Trainer, der nie drei Mal in Folge verliert, trifft auf eine Mannschaft, die seit drei Spielen nicht mehr verlor. Einer muss nachgeben. Die Wette: Es wird vor der Pause passieren.
