Wicker schlägt masters und krönt mega-woche mit silber

Anja Wicker hat die Paralympics-Gold-Lady blamiert. Die Stuttgarterin räumte am Sonntag in Tesero die Silbermedaille im 20-km-Sit-Ski-Skating ab und schob die viermalige Italien-Gewinnerin Oksana Masters auf Bronze. Nur die 19-jährige Südkoreanerin Yunji Kim war schneller.

59:17,4 Minuten brauchte Wicker auf der durch Schneeregen aufgeweichten Loipe, 54,1 Sekunden mehr als Kim, aber 17 Sekunden weniger als Masters. Die Zahlen verschieben die Machtverhältnisse im Sitz-Ski-Langlauf. „Ich habe mir den Trao erkämpft, nicht geschenkt bekommen“, sagte die 34-Jährige, die damit ihre vierte Medaille aus Norditalien einpackt – und die erste im Langlauf überhaupt.

Masters stolpert über ihre maschine

Masters stolpert über ihre maschine

Die US-Amerikanerin, die zuvor in Cortina alles gewonnen hatte, wirkte nach 12 km wie ausgewechselt. Wicker dagegen fand im steigenden Gelände nochmal eine zusätzliche Drehzahl. Bei 18 km schob sie sich erstmals vor Masters, zog im Zielbogen weg und jagte Kim hinterher. „Ich habe gespürt, dass Oksana heute nicht die alte ist“, sagte Wicker, „das war mein Moment.“

Die Bedingungen waren brutal: Schneeregen verwandelte die Strecke in einen Matsch-Parkours. Bundestrainer Ralf Rombach hatte schon nach 5 km „ein gutes Gefühl“ – sein Athletin habe „die Kraft und die Cleverness, heute zu kassieren“. Die Prognose ging auf.

Für Wicker ist das Rennen der krönende Abschluss einer Marathon-Woche: fünf Starts, vier Medaillen, kein Tag ohne Podest. „Ich fahre heute Abend nach Hause – und schlafe erst mal 24 Stunden durch“, lachte sie. Die anderen können nun wieder ruhig schlafen, denn die deutsche Sit-Ski-Dominatorin hat gezeigt, dass selbst Legenden blutigen können.