Fc zürich stürzt ab: geheim-krisentreffen nach 4 pleiten – trainer hediger steht auf abruf

Der FC Zürich rast mit offenem Visier gegen die Abstiegszone. Vier Niederlagen nacheinander, nur sieben Punkte aus elf Rückrundenspielen – die Statistik ist ein Schreien im leeren Letzigrund. Am Dienstagabend schloss sich hinter den schweren Eichenholztüren der Präsidenten-Wohnung am Schanzengraben die Führungsriege ein. Dabei: Heliane und Ancillo Canepa, Dennis Hediger, Carlos Bernegger, Alessandro Mangiarratti. Keine Kameras, keine Statement-Floskeln, nur blanker Zorn.

Die nackten zahlen, die niemand mehr schönredet

Seit Jahresbeginn zwei Siege, ein Remis, acht Niederlagen. Kein Schweizer Erstligist sammelte in diesem Zeitraum weniger Zähler – nur die Grasshoppers sind noch erbärmlicher, und deren Trainer Gerald Scheiblehner ist bereits Geschichte. Intern murrt man über „fehlende Leidenschaft“ der Spieler, über eine Truppe, die beim Pressing zwar lautstark stapft, aber Bälle nur noch hinterherjagt. Ligaweit schlechteste Zweikampfquote, ligaweit wenigstens Ballgewinne. Die Defensive wirkt wie ein Päckchen ohne Klebeband.

Der Klub spricht von „konsequenten Maßnahmen“, verlangt eine „sofortige Reaktion“. Ultimatum? Offiziell nein. Realistisch: Wenn Thun am Samstag die Meisterfeier schon vorverlegt, dürfte Hedigers Amtszeit die 90 Minuten überdauern – oder nicht. Der Coach, einst selbst Thun-Profi, nimmt seine Spieler in Schutz: „Es fühlt sich ungerecht an.“ Im gleichen Satz feuern Vereinsbosse aber durch die Presseabteilung die nächste Kampfansage ab. Kein Schild für Schwäche, keine Blume für den Trainer.

Die schuldfrage: zwischen mangiarrattis kader und malenovics erbe

Die schuldfrage: zwischen mangiarrattis kader und malenovics erbe

Der Kader stammt aus der Ära Milos Malenovic, doch die Verantwortung liegt mittlerweile bei Alessandro Mangiarratti. Die Spieler sollen laut Insidern „nicht mehr für das Trikot brennen“. Der Vorwurf trifft vor allem jene, die im Winter keine Alternativen hatten und nun mit dem Abstiegsgestank hadern. Die Lösung: mehr Disziplin, mehr Sprint, mehr Sieg – oder eben neues Gesicht auf der Bank.

Thun reist als designierter Meister in die Stadt, doch für den FCZ droht die nächste Demütigung. Hedigers Bilanz als Chefcoach: 20 Pflichtspiele, zwölf Pleiten. Die Rechnung daraus ist simpler als jede Taktiktafel: Ohne Punkte gegen Thun wird der Abstiegskampf Realität, und die geheimen Krisentreffen wechseln ins Licht der Öffentlichkeit.

Die Uhr tickt. Die Kurve schreit. Und der FC Zürich muss endlich wieder Tore statt Entschuldigungen produzieren.