Formel-1-blackout: rtl sitzt in köln fest, fans gucken ins leere

Der Große Preis von China lief, die Motoren heulten – aber kein einziges deutsches Fernsehbild zeigte das Rennen. Statt Flaggen und Boxengasse gab es für RTL eine Absage, für Fans nur Stille. Der Grund: ein Streit um 20.000 österreichische Zuschauer, die eigentlich gar nicht zählen dürften.

Der streit, der steiner zuhause lässt

Günther Steiner hatte seinen Koffer gepackt, die Crew war schon in Shanghai, die Interviews geplant. Dann die E-Mail: Reise abblasen. Formel 1 verbannt RTL von allen Rennen, bis Köln und Wien eine Lösung finden. Dahinter steckt ein Satelliten-Fettnäpfchen. RTL sendet unverschlüsselt, das Signal reicht bis Salzburg. 20.000 Fans schalten dort lieber RTL ein, statt ServusTV oder ORF zu bezahlen. Für die österreichischen Sender ein Milliarden-Problem – für deutsche Fans plötzlich ein Totalausfall.

Sky lacht sich ins Fäustchen. Seit 2021 hält der Pay-Sender die Exklusivrechte, muss aber vier Rennen an die Öffentlichrechten abgeben. Weil der Vertrag zwischen RTL und Sky aber auf dem Tisch liegen blieb, blieb China schwarz. Nächste Chance: Spa-Francorchamps am 19. Juli – wenn bis dahin unterschrieben ist.

Netflix und apple kassieren in den usa

Netflix und apple kassieren in den usa

Während deutsche Fans suchen, was amerikanische schon haben: Netflix zeigt Montreal live. Apple sichert sich die US-Rechte, schaltet über AppleTV und Netflix gleichzeitig. Die Serie „Drive to Survive“ war der Türöffner, jetzt wird der Stream zum Mainstream. Zuerst nur für US-Abonnenten, doch wer Netflix kennt, weiß: was in Kalifornien funktioniert, landet früher oder später auch in Köln.

Für Deutschland heißt das: wer nicht zahlt, guckt weg. Sky kostet 29,99 Euro im Monat, WOW verlangt 17,99 Euro. RTL wäre kostenlos – liegt aber im deutsch-österreichischen Rechts-Stau. Die Verhandlungen laufen, heißt es. Konkret: kein Termin, kein Plan B.

Die Zahlen sind gnadenlos: 1,21 Millionen sahen das letzte frei empfangbare Rennen 2023 bei RTL. Am Sonntag in China: Null. Ein Land, das einst Michael Schumacher feierte, schaut jetzt ins Leere. Und solange sich Wien und Köln streiten, bleibt der Bildschirm schwarz – und die Tribüne im Wohnzimmer leer.