Fc luzern verliert seele des klubs: pasquale de simone stirbt mit 55
Pasquale De Simone ist tot. Der Mann, der 1992 mit dem FC Luzern den Cup hob und später Hunderte von Nachwuchskickern zu Profis formte, erlag am Montag einer schweren Krankheit. Er wurde 55 Jahre alt.
Ein leben im trikot und danach im verborgenen
Viermal lief er in der Nationalliga A für Luzern auf, doch seine wahre Grösse entfaltete De Simone hinter den Kulissen. Nach dem Karriereende baute er im SC Kriens und beim FC Kickers Luzern die Jugendarbeit aus, kehrte 2015 in die Innerschweiz zurück und übernahm die Préformation. Dort entdeckte er Talente, sortierte sie, förderte sie – und schickte sie mit einem Klaps auf die Schulter in Richtung Profifußball.
Seine Arbeitszeiten waren die des Scouting: Ab 2018 fuhr er durch die Provinz, saß in Regengüssen auf schmuddeligen Tribünen, notierte in kleinen schwarzen Büchern, wer wann wie stark in den Zweikämpfen stand. „Er konnte einen 16-Jährigen an der Laufhaltung erkennen, ob er später einmal den Sprung schafft“, sagt ein Klubinterner. „Und er hatte nie Angst, Nein zu sagen, wenn der Junge doch nicht reif war.“

Der 25. mai bleibt ein schwarzer tag
Noch Anfang Februar feierte De Simone seinen 55. Geburtstag, postete ein Foto von der Torte, auf der ein kleiner Cup thronte. Keiner ahnte, dass die Krankheit bereits wieder zugeschlagen hatte. Die Nachricht traf die FCL-Familie wie ein Ellbogenschlag in die Rippen. Präsident Philipp Kägi schreibt: „Pasquale war ein stiller Strippenzieher, der nie nach Lorbeeren greifen wollte. Er hat Luzern ein Stück weit besser gemacht.“
Die Trauer ist gross, die Worte knapp. Der Klub wird die Nachwuchs-Kabine in „Pasquale-De-Simone-Kabine“ umbenennen, ein Platzsturm wird es nicht geben. Stattdessen steht am Samstag vor dem Heimspiel eine Schweigeminute an, 60 Sekunden, in denen 10 000 Menschen an einen denken, der nie im Rampenlicht stand – aber ohne den viele heutigen Stars nie dort angekommen wären.
