Fc köln zittert: kwasniok steht auf abruf – ga tagt heute

Der 3:3-Punkt gegen Gladbach hat den Kölner Trainerstuhl nicht gerettet, er hat ihn angezählt. Lukas Kwasniok darf heute mit anhören, wie der mächtige Gemeinsame Ausschuss über seine Zukunft debattiert – und das, obwohl die Fans direkt nach dem Schlusspfiff noch gepfiffen, nicht gepfiffen haben.

Sieben spiele ohne sieg lassen den geißbock erzittern

Die Zahlen sind ein offener Schlag in die Magengrube: zwei Siege seit Mai, 16 Punkte aus 15 Spielen, Platz 14 – nur zwei Zähler Luft zum Strich. Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler sprach vom „Rücken an der Wand“, kündigte „Stellschrauben“ an und ging Sonntagmittag geschlossen durch die Startrampe, um sich auf das GA-Treffen vorzubereiten. Wer dort einen Entlassungsantrag stellt, ist formal Kessler – doch das Gremium kann auch gegen ihn votieren, wie es bei Keller/Struber geschah.

Intern gilt Co-Trainer René Wagner längst als heißer Lava-Strich, weil er mit Baumgart, Kwasniok und Union schon drei Mal aus Krisen führte. Ex-Interimscoach Stefan Ruthenbeck lehnt erneut ab, die U 19 läuft bei ihm. Ex-Frankfurt-Chef Dino Toppmöller wartet am Katapult, ein „Retter“ wie Friedhelm Funkel (72) winkt aus dem Taxi – zwei Wochen Länderspielpause wären ein billiger Übergang. Doch kein Kandidat ist eine Garantie für Tore. Die Mannschaft schoss in 270 Minuten nur einmal aus dem Spiel heraus.

Der coach selbst wirft den ball zurück

Der coach selbst wirft den ball zurück

„Was können die Menschen mehr erwarten?“, fragte Kwasniok nach dem Schlusspfiff und meinte die eigene Mannschaft, die dreimal zurückkam, aber dreimal nachsetzte. Doch Erwartungen reichen nicht, wenn der Tabellenstrich klopft. Sollte der GA heute zustimmen, wäre Kwasniok binnen 24 Stunden Geschichte – und die nächste Baustelle würde schon blinken. Denn wer auch immer morgen auf dem Trainingsrasen steht, muss in Frankfurt ran, wo Eintracht aktuell jeden Gegner zerlegt.

Der FC lebt also wieder im Schnellmodus: Entscheidung, Ultimatum, Neuanfang – alles innerhalb von 48 Stunden. Die Devise lautet nicht mehr „nächstes Spiel“, sondern „nächster Trainer“. Für Kwasniok tickt heute die Uhr. Und für den Klub beginnt die Stoppuhr, bis der Strich zur Falle wird.