Fananwalt rené lau: dfb-richtlinie ist ein bärendienst!
Berlin – René Lau, der in Fußballkreisen als „Fananwalt“ bekannt und auf Social Media tonangebend ist, schießt scharf gegen die neue Stadionverbotsrichtlinie des DFB. Im „Flutlicht an!“-Podcast prangerte er die fehlende Lobby seiner Mandanten an und bezeichnete die Regelung als kontraproduktiv. Ein Blick auf den Mann, der sich der Verteidigung von Fans verschrieben hat – und der jetzt Alarm schlägt.
Von bau- und architektenrecht zum sportrecht: lau's ungewöhnlicher weg
Der gebürtige Berliner verfolgt seine Leidenschaft für den Fußball seit Kindertagen, obwohl er seinen juristischen Ursprung im Bau- und Architektenrecht fand. Bereits 2011 erwarb er die Fachanwaltsbezeichnung für Strafrecht, und 2021 folgte schließlich die Spezialisierung im Sportrecht – damals eine Premiere in Berlin. „Sportrecht ist Querschnittsmaterie“, erklärt Lau. „Es berührt Arbeitsrecht, Vereinsrecht, Wirtschaftsrecht, Verwaltungsrecht, Gesellschaftsrecht und sogar Europarecht.“
Doch Lau sieht seine Aufgabe nicht nur in der juristischen Vertretung. „Ich möchte Fans eine Stimme geben“, betont er. Und das tut er, indem er nicht nur Fußballfans, sondern auch Anhänger aus Eishockey und Basketball in Strafsachen verteidigt. Gleichzeitig arbeitet er für Sportler, Verbände und Vereine – allerdings mit einer klaren Ausnahme: „Ich vertrete keine Vereine gegen Fans.“

Ein „bärendienst“ für fans und klubs
Der Knackpunkt liegt in der neuen Stadionverbotsrichtlinie, die ab dem 17. Juli in Kraft tritt. Lau sieht darin einen deutlichen Zugeständnis des DFB an die Politik, um die Umlage der Polizeikosten auf die Vereine zu verhindern. „Das ist ein Bärendienst – sowohl für die Fans, die künftig keinen Schutz mehr durch ihren Verein erfahren, als auch für die Klubs selbst.“ Er befürchtet, dass die Vereine in Zukunft schneller „die Haken zusammenknallen“ werden, was den Fans letztlich schadet.
Lau bezieht seine Kritik auch aus der persönlichen Erfahrung. Als „Fananwalt“ wird er immer wieder mit Anfeindungen konfrontiert, bis hin zu Forderungen nach Entzug der Zulassung. Doch er lässt sich nicht beirren. „Ich bin hart im Nehmen“, sagt der Berliner.

Mehr als nur ein anwalt: lau als sprachrohr
Seine Bekanntheit in den sozialen Medien hat auch Schattenseiten. Lau wird immer wieder gefragt, wie er Personen verteidigen könne, die mit Fackeln im Block stehen. Seine Antwort ist stets klar: „Anwälte verteidigen Täter, nicht Taten.“ Er sieht sich als Sprachrohr einer Gruppe, die er als „ohne eine echte Lobby“ beschreibt. Inspiriert von Angela Furmaniak gründeten mehrere Anwälte 2010 die AG Fananwälte, die sich zwar inzwischen aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat, aber deren Werte – die Vertretung von Fans, die in ihren jeweiligen Kurven groß geworden sind – weiterhin hochhalten.
Lau warnt eindringlich davor, dass die aktuellen Maßnahmen gegen Fußballfans nur der Anfang seien. „Was heute nur Fußballfans widerfährt, trifft bald Demonstranten. Fanrechte sind letztlich nichts anderes als Bürger- und Freiheitsrechte.“ Die kommenden Wochen und Monate werden zeigen, ob sein Appell Gehör findet – oder ob die Fans weiterhin die Zeche zahlen müssen.
