Fan zieht var-stecker: dfb ermittelt gegen preußen münster
Ein einzelner Vermummter hat den Videobeweis lahmgelegt – und damit seinem Klub möglicherweise eine empfindliche Strafe beschert. Der DFB-Kontrollausschuss leitete am Montag ein Disziplinarverfahren gegen den SC Preußen Münster ein, weil ein Anhänger am Sonntagabend kurz vor dem Seitenwechsel den Netzstecker des Monitor-Systems zog.

Geplante aktion mit folgen
Schiedsrichter Felix Bickel wollte in der 43. Minute den Strafraum-Foul-Verdacht gegen Niko Koulis prüfen, doch der Bildschirm blieb schwarz. Sekunden zuvor hatte ein Preußen-Fan das Kabel gezogen – ein Akt der Sabotage, der offenbar vorbereitet war. Im Block war ein Banner aufgetaucht: „Dem VAR den Stecker ziehen.“ Der Verein spricht von einer „koordinierten Aktion“ und kündigt interne Ermittlungen an.
Die Sache kommt für Münster höchst ungelegen. Als Tabellen-14. kämpft der Klub gegen den Abstieg, drohen nun Punkteabzug und Geldstrafe. Dazu kommt das Problem mit der Pyrotechnik: Auch wegen abgebrannter Bengalos im Block wird das Verfahren erweitert. Die DFB-Satzung sieht bei technischer Sabotage Geldbußen bis 100 000 Euro und – im Wiederholungsfall – Geisterspiele vor. Ein Präzedenzfall fehlt nicht: 2021 wurde Dynamo Dresden nach ähnlichem Verhalten zu einem Geisterspiel verurteilt.
Münsters Geschäftsführer Malte Metzeling beteuert, man stehe „in voller Kooperation“ mit dem DFB und werde die Täter identifizieren. Doch bislang ist der Stecker-Zieher unerkannt entkommen – und sein Kurz-Trip zum Kabelkasten könnte dem Klub den Klassenerhalt verteuern. Die Entscheidung des Kontrollausschusses fällt in den nächsten zwei Wochen.
