Fagioli explodiert: vanoli macht ihn zur maschine – und gattuso lässt ihn trotzdem zu hause

Nur zwei Kilometer trennen Franchi von Coverciano, aber für Nicolò Fagioli fühlt sich der Abstand nach dem Gipfel gegen Inter wie eine Landkarte aus Glas an: klar, zerbrechlich und unerreichbar. Gattuso nahm ihn nicht mit – und genau das hat die Toskana erbeben lassen.

Vanoli hat fagioli zur „totalen“ version hochgezüchtet

Seit dem Trainerwechsel ist kein Spieler so explodiert wie der 23-Jährige. Vanoli setzte ihn als Soloregisseur, schenkte ihm 19 Starts in Folge und sagt offen: „Er muss nur noch die letzten 16 Meter lösen.“ Die Zahlen schreien: 2,6 erzeugte Chancen statt 0,9, 53 statt 30 erfolgreiche Pässe, 13 statt acht Steilpässe – alles Personalbesten.

Die Kurve zeigt nach oben, doch Gattuso blickt weiter geradeaus. „Ich habe auf die Jungs gesetzt, die immer da waren“, sagt er kühl. Für Fagioli ein Kaltwasserdusche, für Fiorentina-Fans ein Affront. Denn der Ex-Juve-Kerl lieferte gegen Inter eine Vorstellung ab, die Pirlo-Träume wach werden lässt: Modric-öffnung auf Gudmundsson, 92 % Passquote, erster Sieg gegen die Nerazzurri seit 2021.

Die tore fehlen – das ist das einzige makel im jahr 2026

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Zwei Treffer stehen zu Buche, dafür aber bereits zehn „Big Chances“ kreiert. Nur Barella und Yildiz haben in der Serie A mehr Asservate. Vanoli fordert: „Ich will, dass er selbst trifft, nicht nur vorbereitet.“ Die Analyse ist klar: Fagioli zögert im Sechzehner, sucht noch den richtigen Moment, um den Abschluss nicht zu verpassen, sondern zu zelebrieren.

Die Konkurrenz im Kader schrumpft. Hans Nicolussi Caviglia, einst sein Schatten, kommt nicht mehr zum Zug. Die Bank ist für Fagioli seit November ein fremdes Land. Seine Wucht kommt nicht von ungefähr: 1250 erfolgreiche Pässe bei 1384 Versuchen – 90 %, besser kann man es kaum servieren.

Coverciano liegt zwei kilometer entfernt – und doch in einer anderen galaxis

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Fagioli selbst bleibt knallhart: „Wir schwimmen noch im tiefen Wasser, Atemnot inklusive.“ Die Aussage ist Programm. Er will nicht betteln, er will erzwingen. Die nächsten Gegner lesen die Statistiken mit, das weiß er. Und sie wissen: Wer Fagioli stoppen will, muss die ganze Maschine Fiorentina auseinandernehmen.

Für die Fans ist er längst der Held ohne Trikotnummer 10. Für Gattuso ein Name auf der Watchlist. Für Vanoli der Schalter, an dem alles hängt. Die Meisterschaft ist noch lang, aber eine Sache steht fest: Wer Fagioli aus der Nationalmannschaft verbannt, muss sich fragen lassen, ob er dieselbe Sportart schaut.