Evenepoel schraubt in teneriffa an tour-dominanz
Remco Evenepoel, der belgische Superstar von Red Bull-Bora-hansgrohe, verzichtet auf ein Vorbereitungsrennen und setzt stattdessen auf ein intensives Höhentraining auf Teneriffa. Ein Blick hinter die Kulissen des Vulkan-Trainingslagers offenbart beeindruckende Leistungsdaten – und lässt auf eine ernstzunehmende Ambition im Kampf um den Tour-Sieg schließen.
Die zahlen lügen nicht: evenepoels schwellenleistung
Anstatt auf kurzfristige Rennerfolge zu setzen, vertraut Evenepoel auf die bewährte Methode des Höhentrainings. Zwei Tage ließ er eine Kamera an seinem Alltag teilhaben, von entspannten Spaziergängen am Teide bis hin zu gnadenlosen Intervalltrainingseinheiten unter der Leitung von Dan Lorang, dem „Head of Endurance“ von Red Bull. Die Ergebnisse sind schlichtweg beeindruckend: Eine Schwellenleistung von 425 Watt – ein Wert, der Evenepoel in eine absolute Eliteklasse katapultiert.
Die „Functional Threshold Power“ (FTP) ist im Radsport ein entscheidender Faktor. Werte von sechs Watt pro Kilogramm sind bei Profis üblich. Mit einem Gewicht von rund 63 Kilogramm bedeutet das für Evenepoel eine FTP von satten 6,7 Watt pro Kilogramm. Eine Zahl, die selbst erfahrene Experten ins Staunen versetzt. „Ich bin zerstört“, atmete Evenepoel nach einem besonders harten Intervalltraining, ein Zeichen dafür, dass er sich voll und ganz auf die bevorstehende Herausforderung einlässt.

Doppelspitze mit lipowitz: eine ungewöhnliche symbiose
Bei der Tour de France wird Evenepoel Teil einer starken Doppelspitze bei Red Bull sein, an der Seite des Deutschen Florian Lipowitz. Auch Lipowitz befindet sich derzeit im Training auf Teneriffa und wird sich bei der Slowenien-Rundfahrt die nötige Rennhärte holen. Die beiden Kapitäne nutzen die gemeinsamen Trainingstage, um sich besser kennenzulernen – ein wichtiger Schritt, denn Evenepoel fährt erst seit diesem Jahr für den Raublinger Rennstall.
Die beiden Fahrer scheinen unterschiedlicher nicht zu sein, doch genau das macht ihre Zusammenarbeit so vielversprechend. „Für mich ist Remco ein Blitzableiter“, so Lipowitz. „Er zieht das Scheinwerferlicht auf sich – und lässt mich in Ruhe arbeiten.“ Eine clevere Strategie, die beiden Fahrern die Möglichkeit gibt, ihre jeweiligen Stärken optimal einzusetzen und gemeinsam Tadej Pogacar (UAE Emirates-XRG) und Jonas Vingegaard (Visma-Lease a Bike) herauszufordern. Ob die Rechnung aufgeht, wird sich im Juli zeigen.
Die Zahlen, insbesondere Evenepoels beeindruckende FTP, sprechen jedoch eindeutig für eine ernsthafte Ambition. Die Tour de France 2026 könnte ein neues Kapitel in der Geschichte des belgischen Radsports schreiben.
