Skatesport-leistungszentrum nimmt fahrt auf: köln auf dem weg zu olympischem glanz?

Dramatischer Regen in Köln, und doch ein Hoffnungsschimmer für den deutschen Skatesport: Während die Regionalmeisterschaften in den Startlöchern stehen, wird deutlich, dass Deutschland im internationalen Vergleich hinterherhinkt. Eine Kölner Initiative will das ändern – mit einem neuen Leistungszentrum, das den Sport auf ein professionelles Niveau heben soll.

Ein platz, der mehr sein könnte

Die "North Brigade Köln" unter der Leitung von Phillip Ortsiefer blickt angesichts des trüben Wetters zwar etwas frustriert, doch die Enttäuschung wird von der Zuversicht überlagert, dass sich die Situation bald ändern wird. "Wir brauchen dringend eine Indoor-Wettkampfstätte“, betont Ortsiefer. "In ganz Deutschland gibt es keine einzige Halle, die den Leistungs-Sport-Ansprüchen gerecht wird. Das ist ein unhaltbarer Zustand!"

Naschold fordert professionelle bedingungen

Naschold fordert professionelle bedingungen

Ingo Naschold, stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Skaterbundes, teilt diese Auffassung. "Wenn wir mittel- und langfristig in die Weltspitze aufsteigen und Goldmedaillen gewinnen wollen, müssen wir professionelle Bedingungen schaffen. Das ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit!", mahnt er. Der Skatesport ist seit acht Jahren olympisch, und Deutschland muss endlich aufholen.

Neumann als schlüssel zum erfolg

Neumann als schlüssel zum erfolg

Die Ernennung des größten Kölner Skatesport-Vereins zum offiziellen Regionalstützpunkt ist ein erster Schritt. Mit der Einstellung des Diplom-Sportpsychologen Tim Neumann als hauptamtlichem Trainer soll nun die heimische Sportlergeneration zielstrebig auf Wettkämpfe vorbereitet werden. Neumann, der aktuell mit einer 15-köpfigen Gruppe von Acht- bis 15-Jährigen arbeitet, sieht großes Potenzial: "Gerade in Köln, wo der Skatesport eine lange Tradition hat, gibt es viele junge Talente. Jetzt geht es darum, diese richtig zu fördern und zu entwickeln.“

Die suche nach dem perfekten standort

Die suche nach dem perfekten standort

Allerdings bleibt die Indoor-Halle weiterhin das größte Hindernis. Während eine Halle in Kalk als Ausweichmöglichkeit dient, ist dies nur eine Notlösung. Die "North Brigade“ sucht aktiv nach einer geeigneten Location für eine eigene Wettkampfhalle, wobei alte Fabrikgebäude in Frage kommen. Die Finanzierung durch Fördergelder von Bund, Land und Stadt stellt jedoch eine große Herausforderung dar.

Die Rhein-Ruhr-Bewerbung um Olympia 2036 könnte indes der entscheidende Impuls sein. Die Kölner Sportelite ist optimistisch, dass die Politik die Notwendigkeit einer solchen Anlage erkennt und unterstützt. Es bleibt abzuwarten, ob die Stadt Köln dem Skatesport endlich den Stellenwert verleiht, der ihm gebührt – und ob der Traum vom olympischen Glanz damit endlich Wirklichkeit wird.