Ev zug und biel liefern play-in-furioso – bern und rapperswil in gefahr
Die Play-in-Hinspiele der National League haben am Donnerstagabend die nächsten K.o.-Kandidaten ausgemacht: SC Bern und die SCRJ Lakers müssen am Sonntag gewinnen, sonst ist die Saison vorbei. Der EV Zug demolierte Rapperswil 5:2, EHC Biel schlug den SB League-Riesen Bern 4:3 – und beide Spiele lieferten das, was die Fans sehen wollen: Tempo, Emotionen und einen Torhüter, der die Serie schon mal allein rettet.
Säteri wird zum schrecken der berner
Mark Sever traf doppelt, Toni Rajala legte mit dem vermeintlichen 4:1 nach – und trotzdem zitterte Biel bis zur Schlusssirene. Der Grund heißt Harri Säteri. Der Finne wehrte 38 Schüsse ab, darminierte mehrere Powerplay-Bemühungen der Mutzen und ließ sich selbst von Romain Loeffels Sonntagsschuss und Hardy Häman-Aktells Handgelenksschuss nicht mehr aus der Ruhe bringen. Berns Coach Lars Leuenberger schüttelte nach dem Spiel nur den Kopf: „Wir haben alles reingeworfen, aber er war einfach überall.“
Die Statistik spricht für sich: Bern erzielte in den letzten zehn Minuten zwei Treffer, hatte aber 72 Sekunden vor Schluss noch den Anschluss. Das reicht nicht, wenn der Gegner jeden zweiten Schritt früher geht. Biels Fabio Hofer bringt es auf den Punkt: „Wir wissen, dass Bern im Rückspiel aufdreht. Aber wir haben jetzt die Punkte, und die zählen.“

Evz entfesselt kubalik und sklenicka
In Zug dagegen war nach 20 Minuten noch nichts zu hören außer dem Surren der Eismaschine. Dann schlug Dominik Kubalik in der 30. Minute einen Slapshot ein, der noch in den Kantonshauptstädten nachhallt. 149 km/h, laut Scoreboard – und die Lakers waren erst einmal mitgenommen. Mike Künzle erhöhte, doch die Strafe gegen Daniel Vozenilek riss die Gäste wieder heran. Malte Strömwall nutzte den Powerplay-Patzer der Zuger, Victor Rask glich aus. 2:2 – und plötzlich war die Halle still.
Die Antwort folgte im Schlussdrittel. David Sklenicka schob nach Vozenilek-Assist das 3:2 ein, Fabrice Herzog ließ Nyffeler keine Chance beim 4:2, und als Tobias Geisser nach Tatar-Pass das 5:2 versenkte, war die Partie gelaufen. EVZ-Coach Dan Tangnes lobte die „Mentalität der zweiten Welle“ – gemeint sind die Verteidiger, die immer wieder nachrücken und die Scheibe aus der Distanz nehmen. „Wenn die Lücke da ist, schießen wir. Kein Pass um des Passes willen.“
Für Rapperswil bleibt nur die schmale Hoffnung auf ein Wunder im Rückspiel. Trainer Craig Woodcroft sprach von „zu vielen individuellen Fehlern“, die seine Mannschaft „ins offene Messer laufen“ ließen. Die Bilanz: 26 Strafminuten, zwei eigene Tore, ein Penalty-Killer, der nur zu 60 Prozent stand. Das reicht nicht gegen einen EV Zug, der in dieser Form schon den Viertelfinal im Visier hat.

Am sonntag droht das aus für bern und rapperswil
Die Play-in-Regel ist gnadenlos: Wer das Rückspiel verliert, ist raus. Für Bern bedeutet das, dass die Serie gegen Biel zur reinen Kopfsache wird. Die Mutzen haben in den letzten drei Jahren jedes Play-in überstanden – aber nie mussten sie vor heimischem Publikum gewinnen, nachdem sie das Hinspiel verspielt hatten. Die Zahme Kind werden am Sonntag laut, das versprechen die Fans bereits auf Social Media. Biel wiederum kann mit dem 4:3 im Rücken nach Zug reisen und weiß: Ein Tor genügt, um den Berner Druck zu erhöhen.
Der EV Zug reist mit einem Drei-Tore-Polster nach Rapperswil. Die Lakers müssen offensiv spielen, genau das, was Zug mit Kontern bestrafen will. Die letzte Serie zwischen den beiden? 2022, ebenfalls Play-in, ebenfalls Zug als Favorit – und ein 6:2 im Rückspiel. Die Geschichte wiederholt sich nur, wenn die Lakers ihre Systemdisziplin finden. Die Uhr läuft gegen sie.
Für die Fans der National League stehen zwei Heimspiele an, die alles entscheiden. Bern und Rapperswil müssen gewinnen – sonst ist vor dem Viertelfinal schon Schluss. Die Karten sind restlos ausverkauft, die Stimmung wird kochend. Und wer am Donnerstag dabei war, weiß: Das nächste Kapitel schreibt sich nicht von selbst. Es wird brutal.
