Füchse blamieren sich gegen nantes-b-team und kassieren viertelfinal-gegner

Die Füchse Berlin haben sich selbst den schwersten Viertelfinal-Gegner eingehandelt – und das gegen ein französisches B-Team. Gegen HBC Nantes, ohne fünf Stars, verloren die Berliner überraschend 34:37 (14:15) und müssen nun im Viertelfinale der Champions League auf Veszprém oder Paris treffen.

Krickaus plan geht komplett nach hinten los

Trainer Nicolej Krickau hatte angekündigt, „im Rhythmus zu bleiben“ – und schickte seine beste Formation aufs Feld. Doch genau das wurde zum Bumerang. Während Nantes-Coach Gregory Cojean seine Topstars zu Hause ließ und offenbar auf eine Niederlage spekulierte, lieferten die Füchse eine Leistung ab, die selbst das französische B-Team nicht stoppen konnte.

Die erste Hälfte begann wie erwartet: locker, dominant, schnell 8:4 (14.). Die 6306 Zuschauer im Max-Schmeling-Halle glaubten an einen lockeren Abend. Doch dann folgten zehn Minuten, die alles veränderten. Ballverluste, schwache Abwehr, kein Zugriff – und plötzlich lag Nantes 14:11 (27.).

Die Berliner wirkten, als hätten sie vergessen, dass auch ein zweitbesetztes Nantes gewinnen will. Die Abwehr war durchlässig, das Tempo zu zögerlich. Selbst in der Kabine gab es keine Wende. Nach der Pause legten die Franzosen noch einen Gang zu. Krickau schrie in der Auszeit: „Wir müssen in der Abwehr mehr Charakter zeigen!“ – aber es half wenig.

Mathias gidsel trifft, aber nantes trifft mehr

Mathias gidsel trifft, aber nantes trifft mehr

Mathias Gidsel war mit 11 Toren der beste Werfer der Füchse, doch auf der Gegenseite war Thibaud Briet kaum zu stopfen – 13 Treffer. Jeder Wurf der Franzosen schien zu sitzen. Die Berliner Abwehr wirkte wie gelähmt, die Deckung zu spät, die Zugriffe zu harmlos.

Die Niederlage wirft Fragen auf. War das Experiment, „im Rhythmus zu bleiben“, ein Fehler? Hat Krickau unterschätzt, wie wichtig Selbstvertrauen ist – und wie leicht es zu verspielen geht? Und vor allem: Was bedeutet das jetzt für das Viertelfinale?

Statt auf ein möglicherweise leichteres Los wie GOG Gudme zu treffen, warten nun Veszprém oder Paris – beide absolute Topteams. Die Füchse haben sich selbst in die härteste Ausgangslage manövriert.

Am Sonntag geht es gegen Erlangen weiter. In der Bundesliga sind die Berliner daheim noch ungeschlagen. Doch nach diesem Auftritt wird die Stimmung nicht besser. Die Füchse müssen jetzt beweisen, dass sie mehr sind als ein Team, das gegen Reservemannschaften verliert.