Euskaltel-euskadi wirft seine sieben einheimischen in die itzulia-basque-country-schlacht

25.000 Trikots, ein Bus und sieben Jungs, die auf denselben Kopfsteinpflasterstraßen radelten, auf denen sie mit zehn Jahren schon davonträumten. Das ist keine Aufstellung, das ist ein Heimspiel auf Asphalt.

Sieben namen, eine dna

Jon Agirre, Nico Alustiza, Mikel Bizkarra, Txomin Juaristi, Jonathan Lastra, Gotzon Martín, Iker Mintegi – klingt wie eine Dorfklasse, ist aber der komplette Kader für die Itzulia 2026. Vier Bizkainer, zwei Gipuzkoaner, ein Navarrer. Kein Import, keine Leihgabe, alles Selbstgezüchtetes. Die Fundación Euskadi hat sie von der ersten Pedalumdrehung an durch die eigenen Etappen geschleust, jetzt sollen sie in Orange zurückzahlen.

Die neue Kukuxumusu-Kollektion trägt das Motto „Desde el primer latido hasta la cima“. Gemeint ist: vom ersten Herzschlag beim Baskenmädchen bis zum Gipfelziel auf der Itzulia-Etappe. Die Grafik zeigt keine stylischen Windkanal-Helme, sondern Hausberg-Profile, Kornblumen und den Stier Beelorzia, der schon 2003 die Fans auf dem Teambus wärmt. 25.000 Mal wird das Motiv morgens vor dem Start verschenkt – genug, dass die Straßenränder zwischen Bilbao und Donostia wie ein flüssiges Orange-River aussehen.

Die itzulia ist kein rennen, sie ist ein spiegel

Die itzulia ist kein rennen, sie ist ein spiegel

Jon Ander de las Fuentes, Präsident von Euskaltel, redet nicht vom „Weltcup“ oder „WorldTour-Punkten“. Er sagt: „Diese Straßen sind unser Spiegel.“ Und er meint damit, dass jedes Kind hier seine Großeltern auf der Landstraße stehen sieht, wenn die Karawane vorbeizieht. Die Itzulia ist das einzige Rennen, bei dem der Fahrer nach der Zielankunft nicht ins Hotel verschwindet, sondern in die Kneipe seines Onkels. Das macht Druck, aber auch Treibstoff.

Neues Dress, neue Pneus, alte Seele. Die Aerodynamik wurde optimiert, aber die Nähte tragen noch die Schweißflecken der Vorgänger. Die Fundación spendet pro verkauftem Trikot fünf Euro an die regionalen Nachwuchsclubs – ein stiller Vertrag mit der eigenen Zukunft.

In Derio, wo das Teamquartier steht, ist schon jetzt Feiertag. Die Jungs rollen um 15:30 Uhr los, die Oma vom Gotzon Martín hat extra Zimt-Tejas gebacken, die nach Orange riechen. Die Itzulia beginnt offiziell am 6. April, aber hier tickt die Uhr schon auf baskisch: langsam, stolz, unaufhaltsam.

25.000 Trikots, sieben Einheimische, eine Identität – mehr Statistik braucht diese Geschichte nicht. Die Straßen werden sprechen, Orange wird fließen. Und wenn am 11. April die letzte Flagge fällt, stehen sieben Jungs da, die nie umziehen mussten, um Weltklasse zu werden.