Loida zabala liegt in madrid im koma – 17 tage nach em-silber
Sie stellte sich noch
auf das Treppchen von Bukarest, ließ sich dort die Silbermedaille um den Hals hängen – und nun liegt Loida Zabala in der Intensivstation des Ramón y Cajal, Madrid. Die paralympische Gewichtheberin wurde heute früh bewusstlos ins Krankenhaus eingeliefert, ihr Mann Miguel postierte ein Foto, das die 37-Jährige mit Schläuchen im Arm zeigt. Die Bildunterschrift ist ein einziger Satz: „Sie kämpft wieder.“Der krebs hatte schon vor einem jahr zugeschlagen
Seit Oktober 202n wissen Zabala und ihr Umfeld, dass die Rechnung ohne Aufschub kommt. Damals diagnostizierten die Ärzte neun Hirnmetastasen und Tumore in Lunge, Leber, Niere und Gallenblase – Stadium vier, nicht operabel. Die Extremadurerin setzte sich trotzdem auf die Bank, stemmte 107 kg und sagte: „Ich will leben, nicht überleben.“ Dieser Satz wurde ihr Mantra, auf Spanisch klingt er noch härter: „Quiero vivir, no sobrevivir.“
Die extreme Schwäche, die sie nun ins Krankenbett zurückwirft, hat mit dem Gehirn zu tun. Die Neurologie prüft, ob neue Metastasen den Druck im Schädel erhöhen. Ihr Kreislauf ist angeschlagen, die Atmung wird maschinell unterstützt. Dennoch liegt auf dem Nachttisch neben dem Beatmungsgerät bereits wieder das gelbe Trainingsheft – Seite 64: Plan für Los Angeles 2028. Es wären ihre sechsten Paralympics.

Ein sportlerherz gegen die uhr
Was die Ärzte als riskantes Spiel mit der Zeit bezeichnen, nennt Zabala „meine Therapie“. Nach jeder Chemo fuhr sie ins Centro Deportivo, zwischen den Bestrahlungen noch schnell ein Satz Kreuzheben. Die Mediziner warnten: Immunsystem kollabiert. Sie antwortete mit einem Schulterzucken und lud das nächste Gewicht auf die Stange. Ihre Coachs rechneten offen mit einer Lebenserwartung von Monaten, planten aber Trainingsperioden bis 2027.
Die Gewichtheber-Familie Spaniens reagiert sofort. Die spanische Fepd spendet 20.000 Euro für Palliativmedikamente, die internationale Paralympische Kommission sendet ein Video-Telegramm: „Campeona, respira.“ In den sozialen Netzwerken tauchen Videos auf, in denen Athleten aus Peru, Frankreich und Korea das Zeichen der Herzen formen – eine digitare Kette, die quer durch die Hallen der Welt läuft.
Die Uhr im Ramón y Cajal tickt laut. Die nächsten 48 Stunden entscheiden, ob das Koma absichtsvoll vom Körber erzwungen wurde – ein letzter Notruf vor dem endgültigen Kollaps – oder ob sich das Hirn öffnet und die Erinnerung an 107 kg vom Boden wieder nach oben spült. Bis dahin bleibt nur das Foto: eine Frau mit Schläuchen, ein Blick, der trotz geschlossener Lider noch immer wie ein Gewicht wirkt, das niemand abnehmen kann.
