Eulen ludwigshafen trennen sich von geschäftsführer – nachfolge steht offen
Die Eulen Ludwigshafen fliegen ohne Führung. Domenico Marinese ist mit sofortiger Wirkung raus – und kein Nachfolger ist in Sicht. Der ehemalige Bundesligist löst sich nach gemeinsamen Gesprächen über die strategische Neuausrichtung von seinem Geschäftsführer, wie der Verein am Montag bestätigte.
Kein streit, nur ein schnitt
Keine Unterstellung, kein Machtkampf. „Einvernehmlich“ lautet das Stichwort, das die Trennung umschreibt. Doch hinter dem Wort steht ein Verein, der mitten in der Vorbereitung auf die neue Saison der 2. Handball-Bundesliga plötzlich ohne Steuermann dasteht. Die Verantwortlichen sprechen von einem „gemeinsamen Schritt“, doch wer die Eulen kennt, weiß: In Ludwigshafen herrscht seit Jahren ein ständiger Kampf gegen die eigene Liquidität. Ein Geschäftsführerwechsel ist hier kein Formsache – er ist ein Signal.
Marinese selbst betont in seinem Abschiedsstatement, er habe „mit großer Leidenschaft“ gearbeitet. Das klingt nach Standard, ist es aber nicht. Der 52-Jährige kam 2021 in die Pfalz, als der Klub frisch abgestiegen war und sich neu erfinden musste. Er baute Strukturen auf, verhandelte Sponsorenverträge und versuchte, die Marke „Eulen“ wieder sichtbar zu machen. Dass er jetzt geht, überrascht intern wie extern.

Die lücke bleibt bis mittwoch offen
Bis zur Gesellschafterversammlung am kommenden Mittwoch wird das Tagesgeschäft von der bisherigen Struktur getragen – sprich: von Leuten, die ohnehin schon mehrere Hüte tragen. Wer danach die Führung übernimmt, ist offen. Intern kursieren zwei Namen, doch keiner will sich festlegen. Die Zeit drängt: In sechs Wochen startet die neue Saison, und die Kaderplanung ist längst nicht abgeschlossen.
Die Fans reagieren gemischt. Auf den Social-Media-Kanälen der Eulen hagelt es Kommentare wie „Wieder so ein Schnellschuss“ oder „Können wir endlich mal Kontinuität?“. Die Wahrheit ist: Seit dem Abstieg 2020 wechselten bereits drei Geschäftsführer. Marinese war derjenige, der länger blieb – jetzt ist auch er weg.
Die Eulen Ludwigshafen stehen vor einem Sommer, der über ihre Zukunft entscheidet. Ohne klare Führung wird aus dem Abstiegsjahr 2020 keine Renaissance. Die Uhr tickt. Und der Handball wartet nicht.
