Bocholt wacht auf: pokal-k.o. gegen oberhausen löst sieg-serie aus

Plötzlich steht der 1. FC Bocholt wieder mit offenem Visier da. Nach dem 1:0 im Niederrheinpokal gegen Rot-Weiß Oberhausen schwappt Selbstvertrauen zurück ins Hünting – genau rechtzeitig vor dem Keller-Showdown gegen SSVg Velbert am Samstag (14 Uhr).

Lewe johann brauchte vier spiele, bis die maschine ansprang

René Lewejohann, 42, spricht offen über die Anfangsdürre: „Wer mitten im Winter ein Team übernimmt, muss erst mal herausfinden, wo der Zug entgleist ist.“ Bei zwei Zählern aus den ersten vier Partien war klar: Die Lok steckte im Schlamm fest. Die Diagnose des Trainers: „Leidenschaftlichkeit und Intensität fehlten.“ Die Therapie: harte Worte, noch härtere Trainingswochen, dann der Pokal als Ventil. Der Sieg gegen Oberhausen war kein Lucky Punch, sondern ein Schalter, der Klick machte. Es folgte der erste Liga-Erfolg in Siegen, danach die 2:3-Auswärts-Führung bis zur 85. Minute gegen Spitzenreiter Fortuna Köln.

Die Tabelle lügt nicht: Bocholt hat noch 28 Punkte zu verteilen, steht aber nur drei Zähler vor Velbert. Lewejohann wettert gegen Euphorie-Überschwang: „Wenn wir Samstag gewinnen, ist noch lange nicht April.“ Dennoch: Ein Sieg würde den Rivalen auf sechs Punkte distanzieren und die Rest-Saison entzünden.

Pokal-halbfinale gegen duisburg schon ausverkauft

Pokal-halbfinale gegen duisburg schon ausverkauft

Am 28. März rollt der MSV Duisburg an. 3.276 Tickets weg, Stadion dicht, Feuervogelstimmung. Der Sieger spielt im Finale gegen einen Oberligisten – das Tor zum DFB-Pokal steht offen. Lewejohann blockt ab: „Erst müssen wir Velbert erledigen.“ Doch die Spieler reden bereits vom „Endspiel-Kalender“. Torjäger Dominik Dittmar flüstert: „Wenn wir den Traum wagen, müssen wir ihn jetzt leben.“

Fakt ist: Lewejohann hat die Defensive stabilisiert, die Chancenverwertung zuletzt verdoppelt. Velbert holte nach der Winterpause zwölf Punkte, ist aber außerhalb der eigenen Arena noch ohne Sieg. Die Quoten sprechen für Bocholt, die Mentalität für ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Lewejohanns Credo: „Wir bleiben bei uns, dann kommt auch der Gegner zu uns.“

Kurz gesagt: Gewinnt Bocholt, springt es auf Relegationsplatz 14. Verliert es, rutscht es bis auf den Abstiegsrang. Die Devise im Hünting lautet: Pflicht vor Kür – und die Pokal-Sensation darf erst in zwei Wochen platzen.