Erlangen bangt: gummersbach setzt abstiegsgefahr fest
HC Erlangen hat im Kampf um den Klassenerhalt in der Handball-Bundesliga einen herben Rückschlag kassiert. Das 22:26 gegen den VfL Gummersbach offenbart erneut Risse im Team und lässt die Abstiegssorgen des Tabellenvorletzten weiter bestehen.

Personelle engpässe und ein denkbar ungünstiger tag für den kapitän
Die Personalsituation des HC Erlangen bleibt angespannt. Nach den Ausfällen von Viggo Kristjansson, Andri Mar Runarsson und nun auch Marek Nissen, der sich mit Adduktorenproblemen abmeldete, tat sich die Mannschaft erneut schwer. Besonders bitter: Kapitän Christopher Bissels Leistung war erschreckend. In den ersten 13 Minuten spielte er weit unter Wert, verwarf zwei Siebenmeter, vergab zwei freie Würfe und zog zudem zwei Zeitstrafen auf sich – eine Leistung, die in Anbetracht seiner kürzlich angekündigten Vertragsverlängerung besonders enttäuschend wirkte.
Gummersbach hingegen präsentierte sich von Beginn an entschlossen. Miro Schluroff führte seine Mannschaft mit einer beeindruckenden Leistung vor, bereits nach 15 Minuten stand es 8:3 für die Gäste. Die 17:11-Führung zur Pause spiegelte den Spielverlauf realistisch wider. Eine amüsante Szene in der ersten Hälfte: Gummersbach-Nationalspieler Mathis Häseler korrigierte die Schiedsrichter und gab ehrlich zu, den Ball noch berührt zu haben, wodurch Erlangen in Ballbesitz kam – eine faire Geste, die sportlichen Geist demonstrierte.
Nach der Pause zeigte Erlangen zwar eine verbesserte Leistung, doch gegen die Wucht von Schluroff war wenig zu machen. Sein nächster Wurf traf die Latte des Erlanger Tores mit solcher Kraft, dass der Ball förmlich die Luft verlor – ein Beweis für die Dominanz der Gäste. Während der VfL zwar zunehmend mehr Mühe hatte, die Kontrolle zu behalten, konnte der letztlich ungefährdete Sieg zementiert und der vierte Platz gefestigt werden.
Die Niederlage gegen Gummersbach wirft einen langen Schatten auf den HC Erlangen. Die Abstiegssorgen sind real und die kommenden Spiele werden entscheidend sein, um den Klassenerhalt zu sichern. Ob der Kapitän seine Form wiederfindet und die personellen Probleme gelöst werden können, bleibt abzuwarten. Der Druck auf die Mannschaft und das Trainerteam steigt merklich.
