England stolpert: ghana baut überraschungsmoment im wm-kampf aus
Ein erschreckendes Bild offenbarte sich für die englische Nationalmannschaft: Gegen Ghana fehlte die nötige Durchschlagskraft, während die afrikanische Mannschaft clever auf ihre Stärken setzte und eine überraschende taktische Reife bewies. Ein Remis, das zwar noch keinen Bächer bricht, aber deutliche Fragezeichen hinter die Ambitionen des Three Lions wirft.

Die felswand aus ghana: defensivarbeit auf weltklasseniveau
Ghana präsentierte sich als ein Bollwerk, das an die Leistungen Cabo Verdes gegen Spanien oder der DR-Kongo gegen Portugal erinnerte. Carlos Queiroz, ein gestandener Taktiker, ließ seine Schützlinge eine Disziplin und Widerstandsfähigkeit zeigen, die England vor ein Rätsel stellte. Es war kein Spitzenspiel der WM, obwohl die zweite Halbzeit durch den englischen Druck etwas belebter wurde. Ghana bewies einmal mehr eine bemerkenswerte Resistenz – ein taktischer Schachzug, der England auf eine harte Probe stellte. Die wenigen Gelegenheiten, die sich England erarbeiten konnte, wurden von Benjamin Asare mit außergewöhnlicher Routine zunichte gemacht, insbesondere eine spektakuläre Parade gegen Saka.
Die unerbittliche Wahrheit: Ballbesitz garantiert keinen Sieg. England dominierte zwar mit beeindruckenden 88% Ballbesitz und 408 Pässen im Vergleich zu lediglich 105 von Ghana, doch die Statistiken spiegelten nicht die Realität wider. 19 Torschüsse, davon nur drei im Torrahmen – das Ergebnis einer fehlenden Durchschlagskraft im letzten Drittel. Jude Bellingham, normalerweise ein treibende Kraft im Mittelfeld, wirkte zunehmend frustriert und wurde in der 72. Minute durch Rogers ersetzt. Die Taktik von Ghana, die unter anderem die herausragende Leistung von Thomas (der in den USA eine Einreiseerlaubnis erhielt, in Kanada jedoch abgelehnt wurde) beinhaltete, der jeden Angriff abfing, und die unermüdliche Arbeit von Senaya auf der rechten Seite, erwies sich als äußerst effektiv.
Kane hatte zwar eine vielversprechende Aktion, aber ansonsten blieb England bleich. Für die Analysten mag Queirozs defensiver Ansatz nachvollziehbar sein, doch für den Zuschauer war es ein zähes und wenig unterhaltsames Spiel. Der portugiesische Coach hat seiner Mannschaft eine bemerkenswerte Ordnung und taktische Disziplin verliehen, was sich in der Fähigkeit widerspiegelt, auch unter enormem Druck standhaft zu bleiben. Ein historischer Ballbesitzwert für England beweist zwar die Dominanz, aber nicht den Erfolg. Es war ein Spiel, in dem Ghana das Tempo diktierte, indem es England davon abhielt, sein Spiel aufzuziehen.
Ein verpasstes Signal: Die Ghanaer, mit einem Tor in zwei Spielen und null Gegentoren, sind bestens platziert, um den Einzug ins Achtelfinale zu sichern. Die erste Halbzeit war ohne Frage die träge der WM, insbesondere im Vergleich zum vielversprechenden Auftritt gegen Kroatien. Doch Ghana ist eine andere Hausnummer. Der Beweis dafür liegt in der Fähigkeit, den Gegner zu neutralisieren und das Spiel zu kontrollieren – eine Strategie, die England zunächst völlig überraschte. Der Auftakt war von englischer Überheblichkeit geprägt, während Ghana sich auf das Wesentliche konzentrierte: das Spiel des Gegners zu unterbinden.
Queiroz, der bereits die WM-Teams von Portugal, Iran und nun Ghana betreut, glich damit Bora Milutinović und demonstrierte seine Erfahrung im Umgang mit stärkeren Gegnern. Er weiß, wie man eine Mannschaft aufstellt, die widerstandsfähig ist und sich dem Gegner entgegenstellt. Ein Schockmoment für England, als Adu in der Schlussphase einen Konter startete und Semenyos Ablenkung beinahe den entscheidenden Treffer bedeutete. Ein Weckruf für die Three Lions, die nun beweisen müssen, dass ihr Potenzial mehr als nur Ballbesitz ist. Der Sieg gegen Panama muss nun her, um den Gruppensieg zu sichern.
