Endlich frei: mbappé rast mit frischem führerschein durch madrid – und atlético saß vorne

Kylian Mbappé hat den Ball schon auf 36 km/h getrieben – jetzt darf er auch 50 in der Stadt. Mit 27, 212 Pflichtspielen, einem Weltmeistertitel und 400 Millionen Euro an Gagen hat der Franzose seinen Führerschein gemacht. Die Rückbank der Familienvans ist Vergangenheit, ein privater Prüfstand in Madrid der neue Status.

Die Szene, die daraus folgt, ist so skurril wie nur der Fußball sie schreibt. Am Steuer eines BMW i7, Spitzname „altes“ Dienstauto, prescht Mbappé zum ersten Mal allein zum Valdebebas-Trainingszentrum. Wenig später kreist ein Mini Cooper durch die Pariser Innenstadt, während er dort seine Knie- Reha absolviert. Heute? BMW iX3, Kennzeichen noch unverkennbar grün: die französische „A“-Plakette für Fahranfänger.

Warum der führerschein jetzt und nicht mit 18?

In Paris sei es „kompliziert“ gewesen, sagt Mbappé im Podcast The Bridge – und lacht, als ihm Co-Moderator Aurélien Tchouameni eine oversized „A“-Tafel überreicht. „Ich wollte es schon in Paris machen, aber da hätte ich eine Eskorte gebraucht.“ In Madrid organisierte der Klub eine verschleierte Prüfung: stiller Kurs, anonyme Prüfer, abgeschirmter Stadtkreis. Der Prüfer? Ironie des Fußballgottes: Atlético-Fan. „Aber wenn man lernt, klappt’s“, sagt Mbappé und klingt wie ein Schüler, der gerade die 1+ in Mathe geackert hat.

Die Prominenz macht’s nicht einfacher. Ein Handyvideo zeigt ihn im Mini, rückwärts aus einer Parklücke manövrierend, umringt von Selfiestürmern. „Das Auto vor mir war zu dicht, ringsum 500 Leute, ich spürte den Puls in den Fingern“, gesteht er. Kappe tief ins Gesicht gezogen – damit die Emotionen nicht auf 4K freeze-frame landen.

100 Euro strafe winken, wenn die l-plakette fehlt

100 Euro strafe winken, wenn die l-plakette fehlt

Spanisches Gesetz: Neue Fahrer müssen ein weißes L auf grünem Grund mitten auf die Heckscheibe kleben. Mbappé: „Ich glaube, ich hab’s dran.“ Tchouameni’s Kommentar: „Glauben zahlt die Polizei nicht.“ Bußgeld: 100 Euro – für jemanden mit 70 Millionen Jahresgehalt ein Espresso, für die Sportredaktion ein Sahnestückchen.

Die Story ist mehr als Promi-Amüsement. Sie markiert den Moment, in dem Superstar Mbappé die letzte Alltagsfreiheit einholt, die ihm noch fehlte. Er kann nachts durch die Ventas-Kreisel kurven, ohne Bodyguard am Beifahrersitz. Er kann seine Mutter besuchen, ohne dass der Fahrplan Twitter sprengt. Er kann – ganz profan – Stau kennenlernen. Ein kleiner Schritt für einen Autofahrer, ein großer für die Normalität hinter dem Logo.

Derzeit trainiert er mit dem iX3 zur Ballon-d’Or-Staffel – und mit der L-Plakette zur Disziplin. Denn der Gegner auf der Straße heißt nicht Barcelona, sondern Blitzlicht. Die erste echte Prüfung folgt Samstag nach dem Spiel: Betis-Auswärtsspiel, 22:00 Uhr, dunkle Autobahn, 200 Kameras an den Ausfahrten. Wenn er dann Gas gibt, schlagen zwei Herzen: das des 27-jährigen Fahranfängers und das des Defenders, der nie mehr sprinten will, als er muss. Und ganz Madrid wird wissen: Diese L ist nicht für „Loser“, sondern für „Legende in der Lehrphase“.