Emre can bleibt bvb-kapitän: vertrag trotz kreuzbandriss bis 2027 verlängert

Ein Kreuzbandriss stoppt seine Beine, nicht sein Herz. Emre Can wird Borussia Dortmunds Kapitän bleiben – und das länger als gedacht. Der Klub zog die Option, die Frist um ein weiteres Jahr bis Sommer 2027 zu verlängern, am Samstagvormittag nur Stunden vor dem Duell mit dem Hamburger SV. Der 32-Jährige hatte sich Ende Februar im Topspiel gegen Bayern München (2:3) das linke Knie verdreht, fiel mit Tränen vom Feld – und wird nun bis auf Weiteres vom Spielfeld aus coachen.

Warum der bvb sofort zusagte

„Emre ist unser Kapitän und ein absoluter Vorzeigeprofi“, sagt Sport-Geschäftsführer Lars Ricken. „Er geht voran, stellt sich in den Dienst der Mannschaft. Wir haben nicht umsonst direkt nach der Verletzung signalisiert: Wir halten zu ihm.“ Die Entscheidung fiel intern bereits vor der Diagnose – ein Votum für Charakter und Kabinenmacht. Seit Sommer 2023 trägt Can das Binde, seit 2020 trägt er Schwarz-Gelb in 220 Pflichtspielen, 23 Treffern und zahllosen Zweikämpfen in der Schaltzentrale.

Seine Statistik: 25 Millionen Euro Ablöse aus Turin, unzählige Laufkilometer, eine Quote von 86 Prozent gewonnenen Duellen in der laufenden Saison. Zahlen, die Sebastian Kehl zusätzlich ins Feld führt: „Wir wissen um seine Bedeutung in der Kabine und die Erfahrung, die er gibt.“

Can selbst twitterte nur wenige Minuten nach der Verlautbarung ein Foto aus der Reha-Arena, das seine eingekapselte Hand mit BVB-Logo zeigt: „Ich werde zurückkommen. Danke für das Vertrauen – gemeinsam weiter.“

Die baustelle mittelfeld und die folgen

Die baustelle mittelfeld und die folgen

Der BVB verliert mit Can nicht nur einen Abräumer, sondern auch den taktischen Lautsprecher. Nico Schlotterbeck rückt intern als Stimmungskanone nach, Sabitzer und Brandt übernehmen Spielgestaltung. Doch die Position Sechser bleibt offen. Edson Álvarez von Ajax ziert seit Wochen die Wunschliste, Ricken bestätigt „Gespräche“, nicht mehr. Die Saisonziele: Top-Vier, Pokal, und eine Champions-League-Gruppe, die ohne deutschen fünften Startplatz auskommen muss.

Die medizinische Prognose: sechs Monate Pause, Comeback vor der Winterpause 2026/27. Can arbeitet mit Rehabilitationscoach Thomas Zetzmann an einer neuen Lauftechnik, um künftige Rotationen im Knie zu entlasten. Die Physiotherapeuten nennen das Projekt intern „Kapitän 2.0“.

Die Botschaft des Tages: Dortmund hält zusammen, wenn es brennt. Emre Can wird nicht verkauft, nicht verliehen, nicht abgeschrieben. Er bleibt – mit Band, mit Binde, mit Ziel. Die Liga soll sich warm laufen: 2027 ist erst der Anfang.