Em-quali: wer zieht noch ein? die komplizierte lotterie der gruppendritten

Die Europameisterschaft rückt näher, und neben den beiden Gruppenersten winken auch vier Gruppendritte die Chance auf die Ticketkasse. Doch die Qualifikation ist ein Minenfeld aus komplizierten Regeln und überraschenden Ergebnissen – ein Blick hinter die Kulissen.

Die feinheiten der wertung: nur top-duell zählt

Während die ersten beiden Plätze in den sechs Qualifikationsgruppen klar vergeben sind, gestaltet sich die Entscheidung um die begehrten Plätze der Gruppendritten deutlich komplexer. Es zählen nämlich nicht alle Ergebnisse, sondern ausschließlich die Partien gegen die beiden besten Teams der jeweiligen Gruppe. Ein Fakt, der die Übersicht erschwert und für unerwartete Wendungen sorgt.

Finnland sicherte sich bereits vor dem letzten Spieltag den dritten Platz in Gruppe 1. In den Gruppen 5 und 6 ließen Serbien und Österreich in ihren direkten Duellen keine Zweifel aufkommen. Doch die Überraschung: Auch die unterlegenen Teams, die Ukraine und Griechenland, durften sich über die Chance zur EM freuen. Die griechische Auswahl scheffelte dabei ein Torverhältnis von -51, was zeigt, wie knapp die Entscheidung war.

Ein dramatisches Finale: Island schnappt Portugal den EM-Traum

Besonders spannend gestaltete sich die Situation in der Gruppe 4. Das direkte Duell zwischen Portugal und Island endete zwar mit einem knappen 26:25-Sieg für Portugal, doch das Blatt wendete sich nach dem letzten Spiel. Beide Teams hatten vor der Partie die gleiche Tordifferenz. Ein Sieg Islands reichte, um auf den dritten Platz vorzustoßen. Und Island nutzte die Chance, siegten mit 32:24 und schnappten Portugal den EM-Traum förmlich vor der Nase weg. Die Portugiesen mussten derweil mit ansehen, wie der Traum platzte.

In den Gruppen 2 und 3 kam es zu Fernduellen um den dritten Rang. Italien und Nordmazedonien hatten letztlich bei Punktgleichheit die Direktvergleiche mit Bosnien-Herzegowina und Belgien auf ihrer Seite. Deutschland konnte auf den Jubel der Squadra Azzurra verzichten – die italienische Auswahl muss, wie Finnland, vorerst auf die EM verzichten.

Die aktuelle situation: wer hat noch chancen?

Die aktuelle situation: wer hat noch chancen?

Ein Blick auf die Tabelle der möglichen Gruppendritten zeigt, wie eng es zugeht. Island führt mit einer Tordifferenz von -15 vor der Ukraine (-39), Nordmazedonien (-41) und Griechenland (-51). Italien liegt mit -69 am Ende.

Die Tabelle der möglichen Gruppendritten (Stand: 24. Mai 2024):

  • Island (Gr. 4): 4 Spiele, -15 Tordifferenz, 2 Punkte
  • Ukraine (Gr. 5): 4 Spiele, -39 Tordifferenz, 0 Punkte
  • Nordmazedonien (Gr. 3): 4 Spiele, -41 Tordifferenz, 0 Punkte
  • Griechenland (Gr. 6): 4 Spiele, -51 Tordifferenz, 0 Punkte
  • Finnland (Gr. 1): 4 Spiele, -62 Tordifferenz, 0 Punkte
  • Italien (Gr. 2): 4 Spiele, -69 Tordifferenz, 0 Punkte

Die EM-Qualifikation ist somit ein nervenaufreibendes Rennen, dessen Ausgang noch lange nicht feststeht. Wer am Ende die letzten Tickets löst, wird sich zeigen.