Em-halbfinale: sigurdsson rastet aus – „ehf ist eine schande!“
- Handball-drama vor dem halbfinale: sigurdsson attackiert die ehf
- „Zirkus“ und „absolute schande“: sigurdssons monolog
- Ehf als eventfirma: nur show statt substanz?
- Ehf wehrt sich: spielplan war bekannt
- Belastungs-nachteil: kroatien zahlte den preis
- „Wie tiefkühlhähnchen in den bus gesteckt“: sigurdssons bittere worte
- Sigurdsson verlässt podium ohne handschlag
- Zusammenfassung der belastungsunterschiede:
Handball-drama vor dem halbfinale: sigurdsson attackiert die ehf
Dagur Sigurdsson, der kroatische Nationaltrainer, hat vor dem EM-Halbfinale gegen Deutschland einen wütenden Ausbruch hingelegt. In einer beispiellosen Attacke verglich er den europäischen Handballverband (EHF) mit einer Fast-Food-Kette und beklagte katastrophale Rahmenbedingungen für sein Team. Die Stimmung brodelte, und Sigurdsson platzte die Galle heraus. „Das ist inakzeptabel!“, schimpfte er mit hochrotem Kopf.
„Zirkus“ und „absolute schande“: sigurdssons monolog
Sigurdsson, der von 2014 bis 2017 selbst das deutsche Nationalteam trainierte, kritisierte die EHF in einem fast dreiminütigen Monolog in Herning scharf. Er sprach von einem „Zirkus“ und einer „absoluten Schande“. Im Kern seiner Kritik stand die mangelnde Rücksichtnahme der EHF auf die Spieler und Teams. Er warf der EHF vor, nur am Profit interessiert zu sein und die Qualität des Sports zu vernachlässigen.
Ehf als eventfirma: nur show statt substanz?
„Sie sind wie ein Fast-Food-Unternehmen“, polterte Sigurdsson. „Die kümmern sich nicht um die Qualität, sie verkaufen nur.“ Weiterhin beschrieb er die EHF als eine reine Eventfirma, die „Künstler“ bestelle und eine „schöne Show“ veranstalte, ohne Rücksicht auf die Belastung der Athleten. Besonders bemängelte er die lange Busfahrt von Malmö nach Herning nach den anstrengenden Hauptrundenspielen.
Ehf wehrt sich: spielplan war bekannt
Die Reaktion der EHF ließ nicht lange auf sich warten. In einem offiziellen Statement verteidigte der Verband den Spielplan der EM und betonte, dass dieser bereits seit über sechs Monaten vor Turnierbeginn kommuniziert worden sei. Zudem verwies die EHF auf ähnliche Probleme bei früheren Turnieren, darunter die EM 2018 in Kroatien. Auch die Kritik am Hotel für die kroatische Mannschaft wies die EHF zurück.
Belastungs-nachteil: kroatien zahlte den preis
Kroatische Medien veröffentlichten Bilder, die Spieler auf dem Boden des Mannschaftsbusses liegend während der Anreise zeigen sollen. Kroatien, wie auch Island, hatte eine deutlich höhere Belastung als Deutschland und Dänemark. Während die DHB-Auswahl und Dänemark im Zweitagestakt spielten, mussten die Kroaten und Isländer an aufeinanderfolgenden Tagen spielen, bevor sie die lange Reise nach Dänemark antreten mussten. Dies führte zu einem deutlichen Nachteil.
„Wie tiefkühlhähnchen in den bus gesteckt“: sigurdssons bittere worte
„Jeder, der etwas von Sport versteht, weiß, dass zwei Tage weniger Pause in einem Zeitraum von zwölf Tagen mit sieben Spielen verdammt viel sind. Verdammt viel!“, erklärte Sigurdsson. „Am nächsten Morgen stecken sie uns wie Tiefkühlhähnchen in einen Bus und fahren uns hierher. Und wir sind nicht einmal annähernd in der Nähe der Trainingshalle.“ Benjamin Chatton, Teammanager der deutschen Mannschaft, räumte ebenfalls ein, dass Deutschland einen Vorteil durch den Spielplan habe.
Sigurdsson verlässt podium ohne handschlag
Sigurdsson beendete seine Pressekonferenz vorzeitig. „Ich werde mich sehr freuen, wenn ich gehen kann. Sagen Sie mir einfach Bescheid, wann ich gehen kann“, sagte der 52-Jährige. Nach etwa 20 Minuten verließ er das Podium, ohne die EHF-Offiziellen zu begrüßen. Die Stimmung vor dem Halbfinale ist mehr als angespannt.
Zusammenfassung der belastungsunterschiede:
| Team | Spiele in Hauptrunde | Spiele innerhalb von 2 Tagen | Reise nach Herning |
|---|---|---|---|
| Deutschland | 3 | 0 | Keine lange Reise |
| Kroatien | 3 | 2 | 340 km Busfahrt |
| Island | 3 | 2 | 340 km Busfahrt |
