Emery schreibt geschichte: aston villa zermalmt freiburg und krönt sich zum europa-league-könig

Istanbul – 90 Minuten, drei Tore, ein europäischer Kracher. Aston Villa hat den SC Freiburg im Finale der Europa League mit 3:0 weggespült und nach 44 Jahren wieder einen internationalen Titel geholt. Der Mann des Abends: Unai Emery. Der Baskische Taktikfuchs feiert seinen fünften Triumph in diesem Wettbewerb – Rekord. Die Breisgauer? Sie wirkten von der ersten Minute an wie Gäste auf eigener Party.

Der zauberer von birmingham schlägt wieder zu

Schon nach 22 Minuten zog Youri Tielemans mit einem Traumvolley aus 18 Metern den Stecker. Der Ball schlug links unten ein, Freiburgs Keeper Atubolu war noch im Sprung, als das Netz bereits zitterte. Die Villa Park-Truppe lief sich warm, der Deutsche Vizemeister stand wie versteinert. Emery stand an der Seitenlinie, die Arme verschränkt – er wusste, dass die Partie gelaufen war.

Kurz nach der Pause erhöhte Emiliano Buendía mit einem Lupfer aus spitzem Winkel auf 2:0. Die Freiburger Defensive um Gulde und Ginter wirkte wie in Zeitlupe, der argentinische Offensivmann nutzte die Lücke, die ihm Christian Günter ließ. Ein Schock. Der eingewechselte Morgan Rogers machte in der 78. Minute mit dem 3:0 alles klar. Prinz William auf der Ehrentribüne jubelte, die Villa-Fans sangen „God Save the Queen“ – in Istanbul. Ironie der Geschichte: Freiburg hatte vor 90 Minuten noch von seiner ersten Trophäe geträumt.

Internationale presse lobt emery, sieht freiburg chancenlos

Internationale presse lobt emery, sieht freiburg chancenlos

Die englischen Blätter überschlugen sich: „Vill it be“ titelte The Sun und spielte auf Emerys Vorliebe für den Wettbewerb an. The Telegraph sprach von einer „30-jährigen Durststrecke“ und einem „königlichen Gütesiegel“, nachdem Prinz William die Trophäe überreichte. In Spanien feierte Marca den „Lord des Wettbewerbs“, der seinen „Fünferpack“ komplettiert habe. Italiens Gazzetta dello Sport attestierte dem Basken „königliche Klasse“. Frankreichs L’Équipe urteilte lapidar: „Die Hürde war zu hoch für Freiburg.“

SC-Coach Christian Streich schüttelte nach Abpfiff nur den Kopf. „Wir haben nie ins Spiel gefunden, das ist bitter“, sagte er, sichtlich mitgenommen. Vincenzo Grifo, der Italiener mit der toten Ballfarbe, blieb blass. Kein Durchbruch, keine Idee, keine Antwort auf Emerys tief stehende 4-4-2-Pressingmaschine.

Die Statistik spricht Bände: Aston Villa schoss acht Mal aufs Tor, Freiburg zweimal. Ballbesitz 58 % für die Engländer, nur eine einzige klare Chance für die Schwarzwälder. Die Villa gewann alle sechs K.o.-Spiele ohne Gegentor – eine Hausnummer.

Für Freiburg bleibt der Trost, erstmals überhaupt ein europäisches Finale erreicht zu haben. Doch der Abflug nach Baden wird lange dauern. Für Emery und seine Mannschaft geht es nächste Saison in der Champions League weiter. Der Rekordmann hat noch lange nicht genug.