Elversberg klettert auf platz zwei – poreba rettet in der 85.
Ein Tor. Fünf Minuten vor Schluss. Mehr brauchte die SV 07 Elversberg nicht, um den 1. FC Magdeburg mit 1:0 zu bezwingen und sich zumindest vorübergehend auf den zweiten Tabellenplatz der 2. Bundesliga zu schieben. Glücklich? Absolut. Verdient? Das ist eine andere Geschichte.
Lange zeit war magdeburg die gefährlichere mannschaft
Wer das Spiel am 25. Spieltag live verfolgte, rieb sich mehr als einmal die Augen. Elversberg, Aufstiegskandidat, Heimrecht, Rückenwind der Tabelle – und trotzdem waren es die Gäste aus Sachsen-Anhalt, die die klareren Chancen hatten. Dariusz Zukowski stand in der 22. Minute völlig allein vor Keeper Nicolas Kristof, traf den Ball aber nicht richtig. Zehn Minuten vor der Pause war es Dariusz Stalmach, der nach einer perfekten Hereingabe von Rayan Ghrieb per Kopf abschloss – Kristof parierte stark. Magdeburg spielte, als hätte niemand ihnen gesagt, dass sie Tabellenletzter werden könnten.
Elversberg dagegen wirkte phasenweise ideenlos. Frederik Schmahl verzog in der 46. Minute aus bester Position völlig. Lukas Petkov, der in der 74. Minute einen Schuss platzierte, sah seinen Versuch von Marcus Mathisen mit dem langen Bein geblockt. Und in der 80. Minute knallte Petkovs Schuss aus sehr spitzem Winkel gegen das Aluminium. Das Stadion hielt den Atem an – vergeblich.

Poreba trifft, wenn es am meisten zählt
Dann kam die 85. Minute. Magdeburg verteidigte einen Einwurf nicht konsequent, Tom Zimmerschied behauptete den Ball an der Strafraumgrenze und legte quer. Lukasz Poreba nahm sich einen Moment – und schoss präzise ins lange Eck. Der Treffer, der alles entschied. Kurz zuvor hatte Richmond Tachie auf der anderen Seite noch den möglichen Kontertreffer für Magdeburg vergeben: erst an Kristof gescheitert, dann den Nachschuss über den Kasten gesetzt. Ein Spiel auf Messers Schneide, das am Ende die Elversberger für sich entschieden.
Mit nun 48 Punkten ist Elversberg dicht dran an Tabellenführer Schalke 04. Magdeburg hingegen stagniert bei 23 Zählern und könnte nach Abschluss des 25. Spieltags tatsächlich auf den letzten Tabellenplatz abrutschen. Vier Niederlagen in Serie – das ist kein Formtief mehr, das ist eine Krise.

Was als nächstes kommt
Am 26. Spieltag reist Elversberg zu Greuther Fürth – Freitagabend, 18:30 Uhr. Magdeburg empfängt zeitgleich den SV Darmstadt. Für die Sachsen-Anhaltiner wird es langsam eng. Sehr eng.
Reporter Matthew Genest-Schön begleitete das Spiel für sportschau.de im Audiostream – und hatte dabei sicher mehr Dramatik erlebt, als das Endergebnis vermuten lässt. Elversberg hat gewonnen. Aber so richtig überzeugend war das nicht. Und das werden sie wissen.
