Elversberg empfängt magdeburg – abrechnung im kellerduell

Freitagabend, 18:30 Uhr, Ursapharm-Arena an der Kaiserlinde: Die SV 07 Elversberg erwartet den 1. FC Magdeburg – und die Ausgangslage könnte kaum unterschiedlicher sein. Auf der einen Seite ein Team, das zu Hause nahezu unbesiegbar wirkt. Auf der anderen ein Klub, der defensiv auseinanderfällt und mit den Nachwehen von Fan-Ausschreitungen kämpft.

Elversberg zuhause – eine festung mit einer einzigen delle

Nur eine Niederlage in den letzten14 Heimspielen der 2. Bundesliga – das 0:3 gegen Hertha BSC Anfang Februar bleibt die einzige Ausnahme in einer beeindruckenden Heimbilanz. Vincent Wagner hat seine Mannschaft zu einer echten Heimstärke geformt: 43 Treffer in der laufenden Saison machen Elversberg zur zweitgefährlichsten Offensive der Liga, und mit nur 26 Gegentoren steht die Abwehr ebenfalls auf Rang zwei – hinter Schalke. Das Hinspiel? Ein 4:0-Auswärtssieg der Saarländer in Magdeburg, der höchste Zweitliga-Auswärtserfolg der Vereinsgeschichte. Man kommt also nicht als Bittsteller ins eigene Stadion.

Verzichten muss Wagner allerdings auf Amara Condé, der seine Gelbsperre absitzt. Dafür könnte Lukas Petkov wieder in den Vordergrund rücken – ein Mann mit einer bemerkenswerten persönlichen Statistik: Immer wenn er in dieser Saison traf, gewann die SVE anschließend drei Spiele in Folge.

Magdeburg reist an – mit toren im gepäck, aber ohne rückhalt

Magdeburg reist an – mit toren im gepäck, aber ohne rückhalt

Petrik Sanders Mannschaft bringt eine eigentümliche Reisemitgift mit: In den letzten vier Auswärtsspielen fiel jeweils mindestens ein Tor bereits in Halbzeit eins, und in den vergangenen neun Partien insgesamt traf der FCM stets vor der Pause. Offensiv also durchaus vorhanden. Defensiv? Das ist die andere Geschichte.

47 Gegentreffer – die zweitschwächste Abwehr der gesamten Liga. Sechs Zweitliga-Spiele in Serie mit mindestens zwei Gegentoren. Und nun fehlt auch noch Tobias Müller gelbgesperrt, der Abwehrchef, ohne den Magdeburg bislang magere 0,4 Punkte pro Spiel holte – ein Sieg, sechs Niederlagen. Dazu fällt Falko Michel ebenfalls gesperrt aus, was die Kreativzentrale rund um Baris Atik und seine neun Vorlagen zusätzlich schwächt.

Konter, schüsse und eine strafe, die nachwirkt

Konter, schüsse und eine strafe, die nachwirkt

Die Zahlen erzählen eine Geschichte, die über das reine Ergebnis hinausgeht. Magdeburg führt die Liga mit 16,9 Schüssen pro Spiel an – viel Betrieb, wenig Ertrag. Elversberg folgt mit 15,0 Schüssen, ist aber beim Kontern schlicht das gefährlichste Team der Liga: 7 Kontertreffer stehen zu Buche, während der FCM mit 10 Gegentoren nach Kontern ligaweit die meisten kassierte. Das klingt nach einer Einladung.

Abseits des Platzes begleitet Magdeburg ein weiteres Thema durch diese Saison: Der DFB verhängte nach Fan-Ausschreitungen gegen Dresden eine Blocksperre sowie eine Geldstrafe von 186.600 Euro. Mit 23 Punkten nach 24 Spieltagen erlebt der Klub seine zweitschwächste Zweitliga-Saison überhaupt – der Druck auf Sanders Elf ist real.

Wo das spiel live zu sehen ist

Das Spiel wird nicht im Free-TV übertragen. Wer live dabei sein will, braucht ein Abonnement bei Sky – sowohl im TV als auch im Livestream. Einen Liveticker bietet Sport1 kostenlos an. Schiedsrichter Wolfgang Haslberger pfeift an.

Elversberg hat heute Abend alles in der Hand. Magdeburg muss mit Verletzten, Gesperrten und einer Defensive reisen, die seit Wochen Wasser lässt. Die Zahlen lügen selten – und sie zeigen klar in eine Richtung.