Rösler kreift seine null-nummern: umbruch gegen kaiserslautern

Uwe Rösler schmeckte der Schmach von Düsseldorf noch am Montag. Der 1:2-Absturz war nicht einfach nur eine Pleite, sondern eine Demütigung – und der Coach ließ seinen Spielern keine Sekunde Ruhe. „Mutlos, kraftlos, energielos“, donnerte er durch die Volkswagenhalle, und plötzlich war klar: Wer nicht rennt, fliegt.

Rösler zieht die notbremse – und die konsequenzen

Der 57-Jährige versteht sich auf Vertrauen, aber er versteht sich auch auf Kante. Nach vier sieglosen Spielen in Folge (0/3/1) droht dem VfL Bochum der Absturz auf den Relegationsplatz. Die Antwort des Trainers: Wechsel, sofort und ohne Gnade. „Prinzipien sind nicht verhandelbar“, sagt Rösler, und das klingt weniger wie eine Ansage, sondern wie ein Schuss vor den Bug.

Die Personalie Wittek ist schon durchgesickert. Nach seiner Gelbsperre rutscht der Linksverteidiger zurück in die Startelf, während Gerrit Holtmann wegen eines Muskelfaserrisses zuschauen muss. Matus Bero steht dagegen kurz vor der Rückkehr – und könnte mitten hinein in den Sturm der Veränderungen.

Was genau Rösler plant, hält er unter Verschluss. Die Trainingswoche aber war ein einziger Kraftakt. „Alle haben gepusht, so stelle ich mir das vor“, sagt er, und man spürt, dass er diesmal keine halben Sachen macht. Die Mannschaft spürte den Zorn des Trainers – und reagierte mit Sprintzahlen, die laut interner Datenlage die höchsten seit Wochen waren.

Kaiserslautern erwischt bochum in der umbruchphase

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Für den 1. FCK kommt die Aufgabe zur Unzeit. Die Pfälzer bringen Physis und Dynamik, wie Rösler anerkennend einräumt. „Sie geben dem Gegner kaum Luft zum Atmen.“ Genau das will er mit neuen Gesichtern verhindern. Die Devise lautet: Keine Struktur für Lautern, dafür eigene Tempo-Dreher. Wer nicht in die Presse springt, landet auf der Bank – oder draußen.

Am Samstag um 20.30 Uhr wird das Vonovia Ruhrstadion zum Prüfstand. Die Fans fordern Antworten, der Trainer verlangt Leben. Für Rösler ist das Spiel kein Neuanfang, sondern ein Kahlschlag. Der VfL muss punkten, sonst wird die Angst vor der Relegation zur Realität. Und dann wäre selbst die beste Trainingswoche nur ein trostloser Lauf im Kreis.

Die Karten sind neu gemischt. Wer jetzt nicht spielt, wie Rösler es „bei bestem Sonnenschein und 25 Grad“ einfordert, spielt bald gar nicht mehr. Der Trainer hat gesprochen – und die Zeit der Gnade ist vorbei.